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Referat: Bildinterpretationen: "Belle-Alliance-Platz in Berlin" / "Fünf Frauen auf der Straße"

Alles zu Kirchner, Ernst Ludwig

Mehringplatz



liegt im nordwestlichen Teil des Berliner Ortsteils Kreuzberg
bei der Stadterweiterung Alt-Berlins um 1730 angelegt
Kennzeichen ist ein Brunnen mit der 1843 errichteten Friedenssäule
im Zweiten Weltkrieg wurde der Platz vollständig zerstört und danach mit veränderter Straßenführung und neuer Bebauung wieder hergestellt
von 1734 bis 1815 hieß der Platz wegen seiner runden Grundform Das Rondell
am 22. Oktober 1815 wurde er umbenannt und hieß nun bis 1946 Belle-Alliance-Platz
> nach dem Bauernhof Belle-Alliance, südlich von Waterloo in Belgien (Schlacht bei Waterloo vom 18. Juni 1815, in der englische und preußische Truppen die Armee Napoleons entscheidend besiegten)
nach Ende des Zweiten Weltkrieges nicht mehr angebracht, mit dem Namen eines Platzes an einen Triumph der preußischen Militärgeschichte zu erinnern: seit 1946 hieß das Gelände Franz-Mehring-Platz, später in verkürzter Form Mehringplatz. (Politiker und marxistische Historiker Franz Mehring)

"Belle-Alliance-Platz in Berlin" von Ernst Ludwig Kirchner (1914)

Beschreibung:
kalte und erdrückende Atmosphäre, die das Kunstwerk leblos erscheinen lässt > eher entfremdend, sieht nicht aus wie der Belle-Alliance-Platz
Natur, die Menschen, die Gebäude, alles wirkt distanziert und künstlich
ausschnitthafter Charakter des Kunstwerks wird an beiden im Vordergrund abgebildeten Gebäuden sichtbar
breite Einmündung, nach hinten hin immer schmaler
es erstrecken sich mehrere Häusergruppen, die bis zur Mitte dargestellten Platzes verlaufen
bilden einen Rahmen um den Platz herum, nur an einer Stell vom Weg durchbrochen
> lassen ihn dadurch eingeengt aussehen
dargestellten Gestalten stellen keinen Bezug zum Betrachter her > Silhouettendarstellung, da weder Gesichter noch Gesten erkennbar sind, sondern alle eine einheitliche Erscheinung haben (wie Schatten im Bild)

Bildelemente werden teilweise aus der "Untersicht" und teilweise aus der "Aufsicht" dargestellt: Rundbögen der beiden Gebäude im Vordergrund zeigen den Standpunkt von unten betrachtet, der Belle-Alliance-Platz weckt den Anschein man würde auf ihn von einer Erhöhung oder einem Gebäude hinunter schauen (besondere Hervorhebung) > verzerrte keine eindeutige Perspektive
Komposition:
besteht sowohl aus senkrechten und waagerechten als auch aus diagonalen und gebogenen Linien
Weg durch den Belle-Alliance-Platz: schräger Verlauf, damit eine Andeutung von Bewegung darstellt, scheinen die Menschen, die vielmehr an senkrechte Linien erinnern, in der Bewegung verharrt zu sein und Stillstand anzudeuten
unregelmäßige Malweise: Dynamik des Bildes > unterschiedlich stark und in verschiedene Richtungen aufgetragene Pinselduktus lässt das Kunstwerk unruhig und bedrückend erscheinen
Farbgebung: dunkle, getrübte, unreine Farben: wie dunkel-grün, gelb, grau-braun und dunkel-blau, beschränkt, verstärken ungemütliche Stimmung
Belle-Alliance-Platz: hellerer Farbton, als die ihn umgebenden düsteren Gebäude und wirkt dadurch von ihnen eingeschränkt
Bildelemente, die im Vordergrund kräftige Umrisse und Farben haben, werden nach hinten hin undeutlicher und verschwommener
Interpretation:
Persönlichkeit der Stadtmenschen der damaligen Zeit
reges und hektisches Leben in der Stadt, Einfluss auf die Bewohner wird verdeutlicht
hohen, scheinbar bis an den Himmel reichenden Gebäude, grenzen den Platz ein, wirken wie ein Zaun hinter dem die Menschen gefangen gehalten werden
Menschenstrom: haben bestimmten Richtung, haben kein bestimmtes Ziel vor Augen, das sie anstreben, wodurch sie orientierungslos und verloren wirken
Persönlichkeit wird durch die Silhouettendarstellung aufgelöst, alle wirken gleich, gefühllos und leer
Abstand zwischen den einzelnen Personen > Gefühl von Distanz und Gleichgültigkeit, durch Entfernung scheinen sich alle fremd und unwichtig zu sein, kein Interesse an den Mitmenschen , keiner unterhält sich mit dem anderen und jeder schaut in seine eigene Richtung
kein Eindruck von Zusammengehörigkeit oder Gesellschaftssinn , jeder ist für sich selbst zuständig
Menschen scheinen sich an die Kälte der Stadt angepasst zu haben > Ignoranz

Fünf Frauen auf der Straße" (1913)

Beschreibung:
Frauen tragen dunkle, enganliegende Mäntel mit einer Halskrause oder einem hochgesteckten Kragen
Gestaltung der Federhüte ist sehr auffällig, stark geschminkte Gesichter
haben verlängerte Körper und flache Gesichter (unbeweglich und starr)
Frauen wurden beziehungslos ins Bild gesetzt (isoliert, aber gleichzeitig übereinander gelagert)
Rechts im Bild: Schaufenster, links: Auto (Jedoch nur Teile vom Auto und vom Schaufenster dargestellt)
Vordergrund: Rand des Bürgersteigs, folglich ist der Schauplatz eine Straße
Bild weißt viele Senkrechten und wenig Rundungen auf, wodurch es gestreckt wirkt
Hauptfarbe grün, unreine, dunkle Farben (distanziert, dunkel, leblos)
Interpretation:
Dirnendarstellung (fünf Prostituierte nach der Mode der Zeit geschmückt: Perlen,Federn)
sehen suchend und entschlossen aus
wirken nicht ärmlich, sondern eher stolz, lassen sich nicht aussuchen, suchen selbst aus
Thematisierung zeitgeschichtlicher Zustände (vor/während des Krieges)
drückt Gewohnheiten der Dirnen in seinen Bildern aus
Gegensatz zu früheren Dresdner Bildern (erotische, weiche Frauendarstellungen)
hier: Frauen entstellt und dämonisiert: Körper lang gezogen, alles spitz geformt und eckig > negatives Bild der Frau (großstädtische Verlorenheit) Dominanz der Frau
Lustleben in der Großstadt (Entfremdung im Lustleben )
leicht aggressiv, Vorahnung vom Krieg: Ablösung der weichen, sanften Rundungen
Kompositionen sind geometrisch angelegt, bestimmte Linienführung, erkennbarer Duktus
grelle Kontraste zwischen schwarz und grün zusammen mit Duktus: unruhig (nicht harmonisch, Maler scheint angespannt, aufgewühlt > Skepsis mit Abgebildetem)
wenige, dunkle Farben: Nachtleben, wirkt trist, distanziert
maskenhafte, stereotype Gesichtsausdrücke, keine Individuen alle gleich
Gesichtslose Masse ohne Blickkontakt
Interpretation negativer gesellschaftlicher Tendenzen
(Sinnbild Kirchners eigener Verlorenheit)
Inhalt
Beschreibung und Interpretation der beiden Bilder "Belle-Alliance-Platz in Berlin" und "Fünf Frauen auf der Straße" von Ernst Ludwig Kirchner. (844 Wörter)
Hochgeladen
01.04.2013 von Miss-Swann
Schlagwörter
Ernst Ludwig Kirchner | Belle-Alliance-Platz in Berli“ | Fünf Frauen auf der Straße
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