Menu schließen

Facharbeit: Historische Entwicklung des Hochsprungs und seiner Techniken

Alles zu Leichtathletik

1 Einleitung


Die Informationen, die ich für die Hausarbeit verwendete, habe ich sowohl aus Büchern als auch aus dem Internet. Zum Aufbau dieser Hausarbeit ist zu sagen, dass ich erst einige grundsätzliche Informationen über den Hochsprung liefere, bevor ich genauer auf die historische Entwicklung und die Hochsprungtechniken eingehe. Die Techniken sind ihrer Entwicklung nach chronologisch geordnet: vom Hocksprung über den Flop bis zu Techniken, die nach dem Flop erfunden wurden, aber aufgrund der bestehenden Hochsprung-Regeln (noch) nicht in die Tat umgesetzt werden können. Zu den beiden Techniken, welche bis heute noch praktiziert werden, Straddle und Flop, habe ich noch vermerkt wie man diese Techniken am besten erlernen kann und welche die typischsten Fehler sind, die einem beim Ausführen unterlaufen können.

2 Hochsprung allgemein
Ziel des Hochsprungs ist es, die Latte auf einer möglichst großen Höhe zu überqueren und den Körperschwerpunkt dabei so weit wie möglich unten zu halten. Die beste Technik dafür ist der Flop (in 4.6 näher beschrieben). Sein Erfinder holte damit die Goldmedaille 1968, obwohl andere vorher über diese Technik lachten. Auch Oylmpiasiegerin Ulrike Meyfarth hatte Erfolg mit dieser Technik: die den Olympischen Spielen 1982 in München passierte sie die Latte bei 1,92 Metern und bei den Spielen in Los Angeles 1984 schaffte sie es sogar bei 2,02 Metern.
Um solche Ergebnisse zu erzielen braucht man aber nicht nur die richtige Technik, sondern muss sich gut vorbereiten und körperlich fit sein. Es verlangt an hoher Sprungkraft, Schnelligkeit und Ausdauer, aber auch an Sprunggewandtheit. Ein Problem ist es, nach dem periodischen Anlauf aperiodisch abzuspringen und dabei auch noch die beim Anlauf erreichte Geschwindigkeit in Höhe umzusetzen. Der Hochsprung ist schwerer als der Weitsprung, da man beim Hochsprung nicht nur hoch, sondern auch recht weit springen muss. Beim Weitsprung ist die Höhe egal, nur die zurückgelegten Meter interessieren.

3 Historische Entwicklung
Die Geschichte des Hochsprungs lässt sich bis ins Mittelalter zurückverfolgen. Denn afrikanische Sportler sprangen damals schon von Termitenhaufen aus über eine Latte und erreichten Höhen von über 2Metern, dabei hatten sie nicht einmal besondere Merkmale auf die sie achteten, um hoch zu kommen, geschweige denn bestimmte Techniken. Sie sprangen einfach so, wie sie es gerade für am Besten hielten. Die Nibelungensage besagt, dass auch die Helden des Mittelalters auf sich aufmerksam machten indem sie versuchten, über möglichst viele Pferderücken zu springen. Die historische Entwicklung des Hochsprungs kann man mit der Entwicklung der Hochsprungtechniken gleichsetzen, da die Techniken immer mehr ausgefeilt wurden und immer bessere Techniken ausgeklügelt wurden, sodass man möglichst einfach eine möglichst große Höhe erreicht. Der Hochsprung hat sich also mit seinen Techniken entwickelt. So kommt es zu den vielen Techniken, von denen die meisten gar nicht mehr ausgeführt werden, da sie zu kompliziert sind und man mit ihnen nicht so große Höhen erreicht, wie mit den moderneren. Viele von ihnen wurden aus diesem Grund erst gar nicht ausgeführt. In der Neuzeit wurde es immer uninteressanter, wie viele Pferderücken man überspringen konnte. Man fing an von einem Sprungbrett zu springen, von dem sich die Latte nach jedem Sprung immer mehr entfernte und auch immer höher wurde. Dies war wohl eher eine Gemisch aus Hoch- und Weitsprung, welches im Laufe der Zeit dann 2 verschiedene Sportarten wurden, da sich einige Springer eher auf die Höhe, andere auf die Weite ihres Sprunges konzentrierten. Der Hochsprung war in der Antike noch keine Disziplin der Olympischen Spiele, sondern bloß ein Wettkampf der Kelten und seit 1800 ist es aus den schottischen Highland-Games gar nicht mehr weg zu denken. Männer mussten sich zum ersten Mal 1896 bei den Olympischen Spielen im Hochsprung beweisen, während Frauen zum ersten Mal 1928 in dieser Disziplin teilnahmen, da es ihnen sowieso in diesem Jahr zum ersten Mal
erlaubt wurde überhaupt an den Olympischen Spielen teilzunehmen. 1900 bis 1908 gab es die Disziplin des Hochsprungs aus dem Stand. In der Mitte des 19. Jahrhunderts
wurde Hochsprung für Wettkämpfe in England genutzt und 1895 für Wettkämpfe unter Frauen in USA. Die Regeln für diesen Sport stehen ungeändert seit 1865 fest: Man hat pro Höhe hat man 3 Versuche, die Latte zu passieren ohne sie zu Berühren. Wer einmal gescheitert ist darf es sich nicht erneut an einer geringeren Höhe versuchen sondern ist ausgeschieden. Außerdem darf bloß mit einem Bein abgesprungen werden, niemals mit beiden, egal bei welcher Technik. Bis 1936 galt, dass die Füße die Latte als erstes passieren müssen. Die Auflageflächen der Latte müssen sich erst seit 1925 gegenüberstehen, damit die Latte bei jeder kleinsten Berührung sofort fällt. Mittlerweile landet man auf einer weichen Matte bzw. einem weichen Kissen, doch dieser Luxus wurde den früheren Athleten nicht zu Teil, da dort, wo jetzt die weiche Matte liegt, früher bloß eine Sandgrube war, welche man mit einer Sandgrube aus dem heutigen Weitsprung vergleichen kann. Daher war der Hochsprung nicht nur anstrengend zu lernen (die älteren Techniken waren komplizierter, man musste auf mehr Details achten als heutzutage, also schwerer zu erlernen), sondern auch noch eine ziemlich schmutzige Angelegenheit.

4 Techniken
Angefangen hat es mit dem Hocksprung, welcher sich bis heute zum Fosbury-Flop weiterentwickelt hat. Zwischendurch gab es mehr oder minder erfolgreiche Techniken (hier aufgelistet), aber auch einige Techniken, die es nicht weit gebracht haben. Diese Techniken sind hier aufgrund fehlender Informationen und Wichtigkeit nicht aufgeführt. Der Wälzer/Straddle und Fosbury-Flop sind die einzigen Techniken, die auch heutzutage noch angewandt werden.

4.1 Hocksprung
Dem Hocksprung kommt die Eigenschaft zu Gute, dass er die erste richtige Technik des Hochsprunges ist. Hierbei lief man gerade auf die Latte zu und sprang kraftvoll ab während man die Arme und das Sprungbein nach oben
riss, bevor man die Beine an den Körper zog. Gelandet wurde hierbei auf den Füßen. Jedoch ist der Körperschwerpunkt bei dieser Technik um einiges höher als die Lattenhöhe und somit ist es gar unmöglich, an Höhen wie beispielsweise bei dem Flop
zu kommen.

4.2 Kreuzschneppersprung
Der Kreuzschneppersprung ist eine Verfeinerung des Hochsprungs und wurde erfunden, als aus den Sandgruben hinter der Latte Kissen bzw. Matten wurden, da die Verletzungsgefahr nun viel geringer war. Man läuft, wie beim Hocksprung, immer noch frontal auf die Latte zu, springt, reißt Sprungbein und Arme nach oben und zieht die Füße an den Körper. Nur hierbei wurden die beiden Beine nach Überqueren der Latte nach unten und das Becken nach oben gezogen (schneppern), sodass der Körper immer in der Nähe der Latte ist. Nachteil dieser Technik war, dass es aufgrund des Schnepperns oft vorkam, dass die Latte mit den Schulterblättern oder dem Kopf runter gerissen wurde.

4.3 Schersprung
Der Schersprung wurde zum ersten Mal 1874 von William Page aus den USA ausgeführt. Hierbei findet der Anlauf von rechts statt, wenn das linke Bein das Sprungbein ist und umgekehrt. Abgesprungen wird dann mit dem lattenfernen Bein und aufrechtem Oberkörper, indem man während des Abspringens mit dem nahezu gestreckten Sprungbein das lattennahe, also das Schwungbein, nach oben zieht und die Latte erst mit dem einen, dann mit dem anderen Bein überquert. Die Landung erfolgt auf dem Schwungbein. Bei dieser Technik kann eine größere Höhe als beim Hocksprung erzielt werden, da der Abstand zwischen dem Körperschwerpunkt und der Latte geringer ist.
Diese Technik gibt es noch in 2 anderen Versionen und zwar gibt es die Schottische Technik und den Scher-Kehr-Sprung.
Bei der Schottischen Technik kann zwar eine bessere Leistung erzielt werden, jedoch kann eine sichere Landung nicht garantiert werden, da der Oberkörper nach hinten gelegt wird. Die Landung auf dem Schwungbein ist um einiges schwerer als bei dem normalen Schersprung. Beim Scher-Kehr- Sprung lässt man sich zur Seite kippen.

4.4 Rollsprung
Ein Linksspringer läuft von links mit mittelschnellem Anlauf an und springt mit dem linken, lattennahen, Bein ab, indem die Schultern weiter hinten liegen als Becken und Knie (Rücklage). Dabei werden Schwungbein und Arme nach oben gezogen. Men dreht sich nach links zur Seite und zieht das Sprungbein unter den Körper, wenn man die Latte passiert hat streckt man es und landet sowohl auf ihm als auch auf beiden Händen. Diese Landung nennt man Dreipunktlandung. Für viele Sportler war diese Technik zu kompliziert und kam daher nicht in Frage.
Eine verfeinerte Version dieser Technik nennt man Tauchroller, wobei der Oberkörper nach Überqueren der Latte abtaucht, d.h. nach unten gedrückt wird.

4.5 Straddle/Wälzer
Der Straddle, welcher in den 30er Jahren von David Albritton erfunden und knapp 40Jahre praktiziert wurde, ist eine Weiterentwicklung des Rollsprungs. Linksspringer laufen von links an, je nach Technik in einem Winkel von 20-45° und legen in 7-11Schritten 7-8m pro Sekunde zurück. Aus der Rücklage (Oberkörper liegt weiter hinten als Becken und Knie) reißt man das Schwungbein während des Absprungs nach oben, überquert mit ihm und dem Führungsarm (bei Linksspringern ist es der rechte und umgekehrt) die Latte, winkelt das Sprungbein an, spreizt es ab und landet auf dem Schwungfuß und der Hand der selben Körperhälfte und rollt sich ab. Das Sprungbein wird daher auch Nachziehbein genannt, da es während des Überquerens nachgezogen wird. Die Nachteile dieser Technik ist, dass sie sehr kompliziert ist. Die Landung ist gefährlich, da man sich während der Landung leicht einen Kahnbeinbruch am Handgelenk zuziehen kann. Die Absprungtechnik ist nicht empfehlenswert für die Kniegelenke. Da ein hohes Potential an Kraft benötigt wird, ist diese Technik für Frauen und Jugendliche noch schwerer zu erlernen, als sie sowieso schon ist.
Der Wälzer lässt sich in den Parallelwälzer und den Taucherwälzer unterteilen. Beim Parallelwälzer ist man beim Überqueren parallel zur Latte, der Körper ist fast gestreckt und man dreht sich um die eigene Längsachse. Das Schwungbein, der Kopf und der Arm der Seite des Schwungbeines überqueren die Latte zeitgleich. Gelandet wird auf der Hand und dem Schwungbein während man sich über die Schulter oder Hüfte abrollt.
Der Taucherwälzer wird auch Diagonalwälzer genannt, da man die Latte diagonal passiert. Bei der Landung wird über die Schulter zur Seite abgerollt.
4.5.1. Technikerlernen des Straddle
Um den Straddle zu erlernen ist es ratsam, eine reaktive Sprungkraft, Beweglichkeit, Sprunggewandtheit und Rhythmusgefühl vorweisen zu können. Vorerst sollte man lange, flache Anlaufschritte, welche auch auf der Ferse stattfinden können, erlernen. Beim Absprung über Hindernisse sollte man die Doppelarmunterstützung und auch den explosiven Schwungbeineinsatz nicht vergessen. Das Training beginnt nun mit Steigesprüngen im Seitenwechsel über Hindernisse wie Kästen. Fühlt man sich hier sicher und geübt, macht man Steigesprünge mit 3 oder 5 Schritten dazwischen und landet auf dem Schwungbein. Auf einer Matte übt man den Pirouettensprung, bei dem das Schwungbein eine wichtige Rolle spielt. Es wird etwas gebeugt und schnell vorgeschwungen, sodass eine halbe bis dreiviertel Drehung des Körpers entsteht. Nun übt man Drehsprünge über eine Zauberschnur. Man läuft frontal auf sie hinzu, springt ab und landet auf dem Schwungbein. Man kann sowohl von einem erhöhten Absprung, als auch vom Boden abspringen. Es ist ratsam, Absprung- und Landepunkt vorher genau zu markieren, um sich nicht zu sehr auf die Position des Absprungs und der Landung konzentrieren zu müssen. Um das Schwungbein besser auszubilden könnte man beispielsweise einen Ball in einem Netz ungefähr auf Kopfhöhe hängen lassen und mit Hochreißen der Arme versuchen den Ball mit dem Schwungbein zu berühren. Hierbei ist es wichtig bloß in die Höhe und nicht in die Weite zu springen, also sollte man den Absprungpunkt kennzeichnen um hinterher zu sehen, ob man es geschafft hat in seiner Nähe zu landen. Auf einer weichen Matte kann man Pirouetten üben, indem man Anlauf nimmt und das Schwungbein streckt. Um die Wälzbewegung zu erlernen sollte man eine Zauberschnur schräg spannen, mit 3-5Schritten anlaufen und im Stand landen. Nun läuft man mit 5 Schritten an und landet auf dem Schwungbein und beiden Händen gleichzeitig. Bis man sich dort sicherer fühlt ist der Anlauf frontal, später in einem Winkel von etwa 45°. Es muss darauf geachtet werden, dass der Oberkörper beim Absprung gerade ist, und man sich parallel zur Latte befindet. Das Sprungbein wird nach der Landung hochgeklappt.
Der Anlauf besteht jetzt aus 7-9Schritten. Auf die letzten 3 Schritte konzentriert man sich besonders, indem man mitzählt. Es werden Wälzsprünge über eine Schnur auf niedriger Höhe gemacht, während das Becken in der Sprungauslage nach vorne geschoben wird. Die Grobform des Wälzsprungs hat man nun erlernt.

4.5.2. Fehler
Um Fehler direkt im Anlauf zu vermeiden, sollte man von vorn herein das Anlaufverhalten schulen und die Anlauflänge noch einmal überprüfen. Denn wenn die Anlauflänge nicht stimmt und die Anlaufgestaltung unrhythmisch ist, kommt es zu unregelmäßig langen Schritten (Trippelschritte). Rhythmusläufe, bei denen man den Rhythmus in den letzten drei Schritten betont wechselt, können hier helfen. Ist der vorletzte Schritt zu hoch oder fehlt der Rhythmuswechsel in den letzten Schritten und wird die Absprungstelle überlaufen, so ist der Oberkörper zu aufrecht im letzten Schritt. Dies kann man korrigieren, indem man den vorletzten Schritt in die Länge zieht, somit der Körperschwerpunkt hinabsetzt, und beide Arme zurücknimmt. Während des Absprungs gibt es die meisten Details zu beachten, denn hier ist es am einfachsten, einen Fehler zu machen. So kann es vorkommen, dass eine ungenügende Absprungvorbereitung und ein fehlerhafter Schwungbein- beziehungsweise Armeinsatz, sowie fehlende Kraft in der Beinstreck- und Rumpfmuskulatur und ein flaches Wegspringen zu einer schlechten Steigephase führen, welche ein vorzeitiges Neigen des Oberkörpers zur Latte mit sich bringt. Um dies zu üben könnte man Steigesprünge in Pirouettenform bei niedrigen Höhen, sowie Anlaufübungen mit Kontrolle des Rhythmuswechsels und Rhythmussprünge machen. Zur Kräftigung der
Beinstreck- und Rumpfmuskulatur sollte man Kräftigungs- und Sprungkraftübungen vornehmen. Um keine Judorolle, also eine Vorlage des Oberkörpers, nach dem Absprung zu machen, sollte man das Sprungbein durchstrecken und das Schwungbein gebeugt einsetzen. Üben kann man dies mit Absprungsimitationsübungen und Steigesprüngen mit besonderer Aufmerksamkeit für den Arm- und Schwungbeineinsatz. Wenn der Springer in die Latte fällt, die Flugkurve also zu flach ist, kann es daran liegen, dass der Anlauf zu schnell und der letzte Schritt zu kurz war. Auch hier sollte man eine Anlaufschulung vornehmen. Sollte man den Körper zu früh drehen, den Innenarm sofort
über die Latte führen oder sich zu früh auf die Landung vorbereiten, überquert man die Latte seitlich. Mit einer Vergrößerung des Anlaufwinkels auf ca. 60° und übt Drehungen um die Körperlängsachse, so kann man auch diesem Fehler gut vorbeugen. Bei der Landung ist der einzige typische Fehler, dass man auf dem Rücken landet. Die kann passieren, wenn man zu weit nach vorne springt oder sich zu sehr um die Latte dreht. Man sollte die Sprungauslage vergrößern, Steigesprünge mit gestrecktem Schwungbein und Techniksprünge üben, damit dies nicht erneut vorkommt.

4.6 Fosbury- Flop
Den Fosbury-Flop, welcher Mitte der 60er Jahre von Richard "Dick" Fosbury entdeckt wurde, kann man auch einfach nur Flop nennen.
Der Flop unterscheidet sich in mehreren Punkten von den vorhergegangenen Techniken, da man bogenförmig auf die Latte zuläuft und sie rücklings überquert, indem man den Körper um die Latte herumschmiegt. Als erstes wird die Latte von Kopf und Schultern überquert, die Füße folgen als Letztes. Wie Fosbury auf die Idee kam, bogenförmig zu laufen, erklärte er damit, dass auf seinem Trainingsplatz mitten auf der Anlaufstrecke ein Baum stand, um den er also einen Bogen machen musste.
Seit den olympischen Spielen 1968 springt annähernd jeder bedeutende Springer den Flop.
Da der Körperschwerpunkt theoretisch bis zu 9cm unter Lattenhöhe sein kann, auch wenn bisher praktisch nur ein Wert von 3cm unterhalb erzielt wurde, kann eine wesentlich größere Sprunghöhe erzielt werden.
Die ziemlich leicht zu erlernende Technik kann man in 4 Phasen teilen: Anlauf, Absprungsvorbereitung, Absprung und Flug. Man sollte beim Anlauf eine Geschwindigkeit von ca. 7-9m pro Sekunde zu erreichen und die Latte bogenförmig in einer so genannten Impulskurve anzusteuern. Es gibt sowohl Springer, welche erst geradlinig laufen und erst in den letzten Schritten einen Bogen machen, als auch Springer, welche direkt einen Bogen machen. Dort gibt es keine Vorschrift, die Entscheidung unterliegt einem jeden selbst. Aber umso größer ein Springer ist und umso schneller er läuft, umso weiter außen muss die Umlaufmarke, also der Punkt, an dem er anfängt, einen Bogen zu laufen, sein. In den letzten 3 Schritten neigt der Körper
nach innen während der Oberkörper leicht zurück liegt. Der erste Teil des Anlaufs, in dem man gerade läuft, dient hauptsächlich dazu, die korrekte Geschwindigkeit für den Absprung zu entwickeln. Dies geschieht im Steigerungslauf: die Schritte nehmen gleichmäßig an Länge und Geschwindigkeit zu. Beim Laufen sollte man jedoch nie auf den Boden gucken, sondern direkt von Anfang an nur die Latte im Auge haben. Abgesprungen wird ca. 1 m von der Latte entfernt. Man setzt den Fuß komplett auf den Boden auf, springt ab und schwingt Arme und Schwungbein nach vorne. Als erstes passiert der Kopf die Latte, danach folgt der Körper. Während des Fluges hält man den Kopf im Nacken, überstreckt Hüfte und Rücken und führt die Arme nach unten. Sobald die Hüfte die Latte überquert hat, drückt man sie nach unten. Das Kinn drückt man gegen die Brust, die Beine zeigen fast senkrecht nach oben und die Arme spreizt man vom Körper ab. Man landet so auf dem Rücken. Der Flop lässt sich unterscheiden in Speedflop und Powerflop. Der Speedflop lässt sich durch die hohe Anlaufgeschwindigkeit charakterisieren, wobei man beim Powerflop kräftig abspringt. Es kommt aber selten vor, dass ein Athlet bloß eine von beiden Varianten anwendet. Normalerweise mischt man sie.
4.6.1. Technikerlernen des Flops
Vorraussetzungen für das Erlernen des Fosbury-Flops sind Fähigkeiten wie Sprinten, reaktive Sprungkraft, Beweglichkeit und auch Anpassungs- und Rhythmusfähigkeit, Koordination von Armen und Beinen, außerdem bedarf es an Orientierungsvermögen. Diese Fähigkeiten aber reichen nicht aus,
sie müssen trainiert, gestärkt und verfeinert werden. Laufsprünge und Sprungläufe trainieren den Wechsel von Laufen zu Springen und umgekehrt. Die Füße müssen hierbei komplett aufgesetzt und der Oberkörper durchgehen gerade gehalten werden, während das Sprungbein zwischendurch gewechselt wird. Hürdenspringen mit Landung auf dem Sprungbein, Sprünge von Kasten zu Kasten, in die Höhe, Weite und Tiefe und reichlich andere Übungen trainieren die Sprungkraft. Man fängt mit geringer Intensität an und mit wachsendem Erfolg steigert man auch die Intensität. Zum Trainieren des Rhythmusgefühls läuft man im Slalom während man Strecksprünge springt und auf dem Sprungbein landet. Anschließend läuft man in Form einer Acht. Das Tempo ist erst
langsam und wird bis zu einem festgelegten Punkt stetig gesteigert. Kommt man an diesem Punkt an wird das Tempo wieder so langsam wie am Anfang und das Tempo wird wieder gesteigert, bis man am nächsten festgelegten Punkt angelangt ist. In einer solchen Acht gibt es 2 Punkte, die festgelegt werden. Wichtig ist, dass der Rhythmus zwischendurch gewechselt wird und die Innenneigung des Körpers in der Kurve sowohl spürbar als auch sichtbar wird. Die Sprunggewandtheit trainiert man, indem man Sprunggärten aufbaut, da der Lernende hier mit unterschiedlichen Sprungtechniken die im Sprunggarten aufgebauten Hindernisse überwinden muss. Erst landet man nach jedem Sprung auf beiden Beinen, doch fühlt man sich letztlich sicher kann auf dem Sprungbein gelandet werden. Nun kann man den Hecht-Sprung auf einer Matte üben, indem man erst ohne, dann mit Schnur springt. Diese Technik ähnelt sehr der Hay-Technik (in 4.6 beschrieben). Auch das Üben des Rollsprungs mit exakter Ausführung der Drei-Punkt-Landung und das Üben verschiedener Variationen von Steigesprüngen trägt stark zur Ausbildung der Sprunggewandtheit bei. Die Koordination zwischen Anlauf und Absprung trainiert man am besten, indem man bogenförmig einen Basketballkorb anläuft und einen Korbleger macht. Hierbei wird nun endgültig festgelegt, welches Bein das Sprungbein ist (es ist zu empfehlen, es vorher noch einmal mit beiden Beinen zu versuchen, um einen Irrtum ausschließen zu können). Anschließend läuft man eine Matte bogenförmig an und passiert eine Zauberschnur mit einem Schersprung und einer Landung auf beiden Beinen. Abgesprungen wird in der Nähe des 1.
Ständers um in der Mitte der Matte zu landen. Mit der Zeit legt man die Zauberschnur höher und höher und landet im Sitz, während man das Schwungbein und die Arme richtig einsetzt. Wenn man nun beim Springen das Knie des Schwungbeines immer in Laufrichtung das vorne- oben schwingt, und Schersprünge mit einer viertel Drehung und Landung auf dem Rücken fehlerlos sind, hat man die Grobform der Flop-Technik erreicht. Diese verfeinert man nun, indem man gezielt versucht, mit der Flop-Technik eine Zauberschnur zu passieren. Bei der Landung werden die Arme seitlich ausgebreitet, man achtet jetzt mehr auf Feinheiten z.B. dass man das Schwungbein immer korrekt einsetzt und der Anlauf immer noch bogenförmig ist. Die Zauberschnur wird immer höher gelegt, sodass die bei dieser Technik benötigte Hüftstreckung provoziert wird. Es muss darauf geachtet werden, dass man während des Überquerens
der Zauberschnur ein Hohlkreuz bildet. Das Grundprinzip der Flop-Technik hat man nun drauf. Es kann natürlich immer noch verbessert werden, indem man weitere Übungen macht wie z.B. den Standflop beidbeinig mit Hilfe von 2 Partnern oder einen einbeinigen Standflop vom Kastenteil. Dies ist aber hauptsächlich nur nötig wenn man Angst vor dem Rückwärtsspringen hat.

4.6.2. Fehler beim Flop
Beim Flop können einem viele Fehler unterlaufen. So ist ein typischer Fehler des Anlaufs zum Beispiel, dass der Körper nicht genug nach innen geneigt ist. Dies kann von einem zu langsamen oder zu geradem Anlauf kommen, oder wenn der Springer sich zu früh aus dieser Innenlage aufrichtet. Korrigieren kann man dies, indem man beispielsweise Bogenläufe, Steigerungs-, Sprint- und Achterläufe übt, indem man den Bogen markiert. Durch wiederholte schnelle Kurvenläufe bekommt man ein besseres Gefühl für eine solche Innenneigung, am besten führt man sie hinterher mit Absprungimitation aus.
Ein unkontrollierter Anlauf kann auch dazu führen, dass nicht an der richtigen Stelle, also in der Nähe des 1. Ständers, abgesprungen wird. Wenn man genau festlegt, wo abgesprungen, kurvig gelaufen und Rhythmen gewechselt werden, und dies auf dem Boden markiert, kann so etwas nicht mehr so schnell passieren. Außerdem gibt es mehrere Gründe dafür, dass keine Absprungstreckung besteht. Dies kann durch fehlende Beinstreck- oder Rumpfkraft kommen, was man am besten durch Kräftigung der Beinstreck- und Rumpfmuskulatur behebt. Es kann allerdings auch durch eine zu starke Rückenlage kommen. Dies korrigiert man, indem man die Absprungstelle absichtlich überläuft, wenn man bogenförmige Anläufe übt. Während der Flugphase kommt es oft dazu, dass der Springer gegen die Latte springt anstatt drüber. Dies passiert unter Anderem, wenn man sich zu früh aus der Innenneigung des Körpers aufrichtet oder das Schwungbein nicht nach vorne- oben sondern nach hinten zieht. Hier ist das wiederholen von Steige- und Strecksprüngen mit und ohne Anlauf und Bogenläufen mit Wertlegung auf den Absprungrhythmus während der letzten 3 Schritte. Wenn man sich während des Passierens der Latte nicht genug um die eigene Längsachse dreht, oder den lattennahen Arm zu früh zur Matte drückt, kann es
passieren, dass man die Latte seitlich passiert. Man sollte nun mehr Acht auf die Arm- Bein Koordination geben und den Führungsarm erst nach oben ziehen, bevor man ihn runterdrückt. Die Beine sollten erst nach dem Passieren der Latte gestreckt, der Kopf erst dann auf die Brust genommen werden und die Brückenhaltung erst dann aufgegeben werden, da sonst die Überquerung der Latte zu früh abgebrochen wird. Eine falsche Landung kann vermieden werden, indem Landeübungen aus dem Standflop durchgeführt werden, wobei man auf die korrekte Streckung der Beine und die Körperspannung achtet.

4.7 Hay-Technik
Hay wollte eine Technik erfinden, mit der es noch einfacher ist, große Höhen zu überspringen, als es mit der Flop- Technik sowieso schon ist. Somit erfand er eine Technik, bei der der Körperschwerpunkt bis zu 30 cm unter der Latte liegen kann. Hierbei läuft man die Latte frontal an und rotiert praktisch um sie herum, indem man einen Salto macht. Dies müsste dann aber ziemlich schnell gehen. Eine andere Möglichkeit wäre das Becken während der Flugphase (Gesäß in der Luft, Kopf, Arme und Beine 'hängen' runter), wodurch man die Beine hoch in die Luft wird. Doch dies verlagert den Körperschwerpunkt wieder um einiges nach oben, was die Vorteile dieser Technik direkt auslöscht. An diese Technik ist wenn überhaupt erst zu denken, wenn die
Regel, mit nur einem Bein abzuspringen, abgesetzt wird. Anders wäre sie gar nicht zu verwirklichen.

4.8 'Brogger'-Technik
Brogger hat eine Technik erfunden, bei der man aus einem Rad abspringt, während der Steigungsphase einen halben Salto macht, und dann, ähnlich wie beim Flop, rücklings die Latte passiert. Jedoch ist es auch hier nicht zu verwirklichen, da man nur mit einem Bein abspringen darf.
5 Literaturverzeichnis
Jonath, U., Krempel, R., Haag, E., Müller, H. (1995). Leichtathletik 2. In B. Gottwalt
(Hrsg.), Springen. Reinbek: Rohwolt Taschenbuch Verlag.
Killing, W. (1995). Gekonnt nach oben. Vom Anfänger zum Spitzenkönner im
Hochsprung. Münster: Philippka.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 1
2 Hochsprung allgemein 1
3 Historische Entwicklung 2
4 Techniken 3
4.1 Hocksprung 3
4.2 Kreuzschneppersprung 3
4.3 Schersprung 4
4.4 Rollsprung 4
4.5 Straddle/Wälzer 5
4.5.1. Technikerlernen des Straddle 5
4.5.2. Fehler 6
4.6 Fosbury- Flop 7
4.6.1. Technikerlernen des Flops 9
4.6.2. Fehler beim Flop 10
4.7 Hay-Technik 11
4.8 'Brogger'-Technik 12
5 Literaturverzeichnis 12
Inhalt
Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung
2 Hochsprung allgemein
3 Historische Entwicklung
4 Techniken
4.1 Hocksprung
4.2 Kreuzschneppersprung
4.3 Schersprung
4.4 Rollsprung
4.5 Straddle/Wälzer
4.5.1. Technikerlernen des Straddle
4.5.2. Fehler
4.6 Fosbury- Flop
4.6.1. Technikerlernen des Flops
4.6.2. Fehler beim Flop
4.7 Hay-Technik
4.8 `Brogger`-Technik
5 Literaturverzeichnis

Zum Aufbau dieser Hausarbeit ist zu sagen, dass ich erst einige grundsätzliche Informationen über den Hochsprung liefere, bevor ich genauer auf die historische Entwicklung und die Hochsprungtechniken eingehe. Die Techniken sind ihrer Entwicklung nach chronologisch geordnet: vom Hocksprung über den Flop bis zu den Techniken, die nach dem Flop entwickelt wurden, die aber aufgrund der bestehenden Hochsprung-Regeln (noch) nicht in die Tat umgesetzt werden können. Zu den beiden Techniken, welche bis heute noch praktiziert werden, Straddle und Flop, habe ich noch vermerkt wie man diese Techniken am besten erlernen kann und welche die typischsten Fehler sind, die einem beim Ausführen unterlaufen können. (4054 Wörter)
Hochgeladen
09.08.2007 von unbekannt
Optionen
Facharbeit herunterladen: PDFPDF, Download als DOCDOC
  • Bewertung 3.8 von 5 auf Basis von 16 Stimmen
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
3.8/5 Punkte (16 Votes)



Seite drucken | Melden
Kostenlos eine Frage an unsere Sport-Experten stellen:

0 weitere Dokumente zum Thema "Leichtathletik"
19 Diskussionen zum Thema im Forum
Wenn du dieses Dokument verwendest, zitiere es bitte als: "Historische Entwicklung des Hochsprungs und seiner Techniken", https://e-hausaufgaben.de/Facharbeiten/D4908-Facharbeit-Sport-Historische-Entwicklung-des-Hochsprungs-und-seiner-Techniken.php, Abgerufen 24.08.2019 06:13 Uhr

Es handelt sich hier um einen fremden, nutzergenerierten Inhalt für den keine Haftung übernommen wird.
Download: PDFPDF, Download als DOCDOC
PASSENDE FRAGEN: