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Älterer Mietshausring Berlin

Frage: Älterer Mietshausring Berlin
(6 Antworten)


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Hallo,
ich muss ein Referat über das oben genannte Thema halten mit unterpunkten wie dem Hobrechtplan, dem Wilhelminischen Ring usw...
Leider fallen mir hier keine weitere Gliederungspunkte mehr ein.Bitte um weitere. Ausserdem verstehe ich das mit dem Wilhelminischen Ring nicht genau: Ist er aus der Bebauungsstruktur des Hobrechtplanes entstanden und man gab ihm diesen Namen wegen dem damals Herrschenden Wilhelm oder warum, und was sind seine Merkmale, das er besonders hervorgehoben wird und als Punkt miteingebracht werden muss?
-Brauche, wenn möglich schnelle Antworten-

Gruß ilko
Frage von ilkoO19 | am 01.11.2011 - 21:51


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Antwort von cleosulz | 02.11.2011 - 08:21
http://www.e-hausaufgaben.de/Thema-110374-Wilhelminischer-Ring.php

mit entsprechenden Links

http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelminischer_Ring

Punke zum Wilhelminischen Ring könnten ja sein:
Definition, was wird unter dem Wilhelminischen Ring verstanden
Lage
Entstehung - wie kam es dazu?
Vor- und Nachteile
Gegenmaßnahmen
welche Folgen sind heute noch festsellbar


Zitat:
Die Bezeichnung erinnert an die Entstehungszeit dieser "geschlossenen Wohnhausbebauung mit 5 Vollgeschossen" unter den Monarchen Wilhelm I.(1797-1888, Kg.
ab 1861, Kaiser ab 1871 Wilhelm I. ) und Wilhelm II. (1859-1941, Ks. 1888-1918 Wilhelm II. )

Quelle: http://www.luise-berlin.de/stadtentwicklung/texte/3_10_wilhelmin.htm

Zitat:
Die Entstehung des W. wurde wesentlich vom Hobrecht-Plan (1862)Hobrecht-Plan (1862) beeinflußt, der jedoch kein eigentlicher Bebauungsplan war, sondern lediglich Straßenzüge festlegte

Quelle: s.o.

zum Holbrechtplan findest du da auch was:
http://www.luise-berlin.de/stadtentwicklung/texte/3_09_hobrecht.htm

Verstehe ich deine Fragestellung richtig:
Entstand der Wilhleminische Ring aufgrund des Hobrechtplanes (quasi als eine Folge) oder umgekehrt?

Gute Frage:
Ich würde behaupten, dass zunächst das Wohnungsproblem der Innenstadt war und dann für die weiteren Bauten die Bebauungspläne Hobrechts kamen, weil der Wohnungsbau dann in entsprechende Bahnen gelenkt werden sollte.

Der Wilhelminische Ring ist ein durch eine hohe Baudichte und das Fehlen von Frei- und Grünflächen gekennzeichneter Wohngürtel. Er entstand im 19. Jahrhundert, als Folge der Urbaninsierung während der Regentzeit von Wihelm I und Wihelm II.
Bauvorschriften gab es zur Zeit der Entstehung nicht. Es musste nur die Häuserflucht eingehalten werden, der Innenhof musste eine bestimmte Größe (sehr klein) aufweisen => entsprechend dem Wendekreis der damaligen Feuerwehrspritzen.

Aber städtebauliche Entwicklungen waren damals auch zu berücksichtigen.
In der Folge wurde für die bisher noch wenig bebaute Umgebung Berlins und Charlottenburgs sowie
Gemeinden Reinickendorf, Weißensee, Lichtenberg, Rixdorf und Wilmersdorf eine Art Bebauungsplan entwickelt. Hierbei handelte es sich um ein staatliches Planschema mit großen Achsen und einem gleichförmigen Straßenraster. Die sehr groß gehaltenen Wohnungen und Unterkünfte sollten am Rande mit Bürgerwohnungen bebaut, im Innern aber für Wohnungen der arbeitenden Massen, für Werkstätten und Manufakturen oder als Gärten genutzt werden. Es wurden die nötigen Verkehrsstraßen festgelegt, die auch die Ringstraßen um Berlin und Charlottenburg verbinden sollten. Die Wohnsiedlungen sollten in rechtwinklichen Blöcken entstehen.
Hierzu wurden Straßen und ihr Verlauf festgelegt. Für das Bauen an sich wurden keine weiteren Vorschriften festgelegt. Es kam weiter zu 6 geschossigen Wohnhäusern mit Seitenflügel und Hinterhaus (incl. Entwässerung).

Ach ja: Hobrecht wollte eine Vermischung der Gesellschaft innerhalb der Wohnblöcke; es sollte da der Adel genau so leben, wie der Arbeiter. => Beletagen gab es innerhalb der "Mietskaserne".
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Antwort von ilkoO19 | 02.11.2011 - 14:54
Ich verstehe jetzt jedoch folgendes nicht: Entstand der Wilhelminische Ring durch den Hobrechtplan, oder gab es ihn schon vorher. Der Wilhelminische Ring hat ja keine Grünflächen, aber soweit ich weiß sollten beim Hochbrechtplan Grünflächen angeschafft werden.

Sind das jetzt zwei komplett unterschiedliche Themen oder könnte ich einfach sagen, dass der Ring dieselben Eigenschaften an Wohnungen hat, wie der Hobrechtplan es vorsah?

Meine Gliederung hat bisher so ausgesehen:

Älterer Mietshausring

1. Ausgangssituation (Wie kam es dazu?)
2. Hobrechtplan
2.1 Wer war Hobrecht?
2.2 Ziele, Umsetzung und Folgen
3. Bedeutung des Planes
4. Heutige Situation


Dies wäre ja jetzt ausschließlich auf den Hobrechtplan bezogen. Wie könnte ich jetzt da noch den W.Ring miteinbeziehen ?


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Antwort von cleosulz | 02.11.2011 - 15:20
Also wie ich es verstanden habe, waren die Mietshäuser am Wihelmischen Ring bereits vorher.
Der Hobrechtplan war eine Folge davon, dass neuer Wohnraum nötig wurde.
Dieser sollte unter städteplanerischen Gesichtspunkten erfolgen, wobei es vorher (und nachher) auch nicht viele Vorschriften gab.
Es ging ja auch um Wohnraum außerhalb der alten Stadtbegrenzung.
Die Wohnungen, die nachher gebaut wurden, waren nicht viel anders, als die am Wihelminischen Ring.
Ausnahme: Wendemöglichkeien für die Feuerwehr, später nur noch max. 6 geschossige Bauweise und Entwässerung.


Was mir nur etwas unverständlich ist, ist deine überschrift "Älterer Mietshausring".
Was meinst du damit? Die Wilhelminischen Wohnungen bzw. den Wihelminischen Ring oder meinst du die Wohnungen die aufgrund des Hobrechtplans gebaut wurden?

Zitat:
Wie könnte ich jetzt da noch den W.Ring miteinbeziehen ?


Na ja, beschreibe einfach, wie furchtbar die Wohnverhältnisse in diesen Mietswohnungen waren.
Viele Menschen in kleinen Zimmern, viele Wohnungen im Haupthaus, Hinterhäuser und keine Grünanlagen.
Haus neben Haus. Billige Bauweise, sanitäre Verhältnisse -unbeschreiblich.
Viele Arbeiter hatten keine Wohnung, nur Schlafstätten.

Folge der Landflucht war, dass neuer Wohnraum geschaffen werden musste und zwar außerhalb der Stadt.
Es wurden neue Stadtteile erschlossen und dies dann mit dem Hobrechtplan (hauptsächlich die Straßen und Entwässerung betreffend) ....
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Antwort von ilkoO19 | 02.11.2011 - 15:34
Zitat:
Was mir nur etwas unverständlich ist, ist deine überschrift "Älterer Mietshausring".
Was meinst du damit? Die Wilhelminischen Wohnungen bzw. den Wihelminischen Ring oder meinst du die Wohnungen die aufgrund des Hobrechtplans gebaut wurden?


Naja, ich schätze damit werden wohl die älteren Mietskasernen genannt, weil meine Lehrerin ja auch Beispiele, wie den Hobrechtplan und den Wilhelminischen Ring angegeben hatte. Ich denke die Überschrift soll sowohl die wilhelminischen Wohnungen, als auch die Wohnungen, die wegen des Planes errichtet worden sind, beinhalten.

Ich stelle mir die Sache jetzt so vor, um die beiden Themen zu unterscheiden:
Der Wilhelminische Ring enthält ältere Wohnungsbauten, als die von Hobrechtplan, und er verläuft um die Altstadt - um den Stadtkern sozusagen.
Wohingegen der Hobrechtplan dazu entwickelt wurde, um möglichst viele Leute unterzubringen; Die Mietskasernen dieses Planes verliefen dann also wiederum um den Wilhelminischen Ring, bis ins Umland.

Habe ich mir das jetzt so vorzustellen ?


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Antwort von cleosulz | 02.11.2011 - 15:54
Definition Mietskaserne lt. Wikipedia:
Zitat:
Als Mietskaserne (in Österreich Zinskaserne) bezeichnet man eine mehrgeschossige innerstädtische Wohnanlage mit einem oder mehreren Innenhöfen aus der Zeit der Industrialisierung (Gründerzeit) für die breite Bevölkerungsschicht der Arbeiter und Angestellten. Mietskasernen wurden in der Regel von Großgrundbesitzern oder sogenannten Terraingesellschaften, den Vorläufern heutiger Wohnungsbaugesellschaften, in geschlossener Bauweise errichtet. Beim Bau einer Mietskaserne wurde die Grundstücksfläche im Rahmen der Bauvorschriften bestmöglich ausgenutzt.


Zitat:
Grundlage der Bauvorschriften bildete der in Berlin von James Hobrecht erstellte erste Bebauungsplan mit 14 Abteilungen von 1862. Der Innenhof eines Miethauses musste nach Polizeivorschrift mindestens so groß geplant werden, dass eine pferdegezogene Feuerwehrspritze darin wenden konnte. Laut Baupolizeiordnung waren das genau 5,34 × 5,34 Meter. Eine Abfolge von drei oder vier Höfen war keine Seltenheit. Die Höfe waren meist über Durchfahrten von der Straße aus erreichbar. Mehrere Mietskasernen bildeten einen Baublock. Die unglaublich enge Bauweise dieser Wohnblöcke kam einer Kasernierung der Bewohner gleich, was den Namen begründet hat.


http://de.wikipedia.org/wiki/Mietskaserne

http://berlin.wikia.com/wiki/Hobrecht-Plan

Vielleicht bringst du in dein Referat auch die Wohnsituation der Mieter noch mit rein.

Hierzu wäre ein Stichwort "Zille und sein Millö".


Zitat:
Die Mietskasernen dieses Planes verliefen dann also wiederum um den Wilhelminischen Ring, bis ins Umland.

Prüf noch mal nach, wo die ersten Wohnblöcke nah Hobrecht gebaut wurden. Charlottenburg und (?) Keuzberg(?). Nicht unbedingt um den Wilhelminischen Ring herum. Also nicht ein Ring um den Ring ?
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Antwort von cleosulz | 04.11.2011 - 19:50
Komme noch einmal zu deinem Thema zurück:

Zitat:
Hobrechtplan dazu entwickelt wurde, um möglichst viele Leute unterzubringen


Dies würde ich so nicht sehen.
Der Hobrechtplan wurde dazu entwickelt, um die Straßenverhältnisse zu verbessern und die Abwasserlösung zu verbessern.

Erstes Ziel Hobrechts war nicht größere Mietshäuser zu bauen. Hobrecht war schließlich Abwasseringenieur

Er sollte auch ein Bebauungsplan für die Umgebungen Berlins mit dem Ziel die Führung von Ring- und Ausfallstraßen (Fluchtlinien) und die Bebauung der Städte Berlin, Charlottenburg und fünf umgebender Gemeinden für die kommenden 50 Jahre zu regeln.
Der Plan gab ein grobes Raster vor.

Er beschäftigte sich nicht mit Veränderungen für die Innenstadt, sondern konzentrierte sich nur auf die Erweiterung.
Es war ein grobes Straßennetz mit Straßenbreiten von 19 bis 68 Metern vorgesehen.

Zitat:
Hobrecht war ein engagierter Befürworter des Berliner Mietshauses, um Segregation zementierende Elendsquartiere, wie er sie in englischen Industriestädten gesehen hatte, zu verhindern und ein „Durcheinanderwohnen“ zu aller Nutzen zu gewährleisten. „Nicht ‘Abschließung’ sondern ‘Durchdringung’ scheint mir aus sittlichen, und darum aus staatlichen Rücksichten das Gebotene zu sein.“

Quelle: http://shiftingreality.wordpress.com/2007/08/17/die-moderne-james-hobrecht/

Danach scheint dieser Hobrecht ein Mensch gewesen zu sein, der dadurch, dass er den Gedanken hatte, dass innerhalb eines Miethauses verschiedene Klassenschichten wohnen, das Wohnklima zu heben.
Er hatte offenbar den Gedanken, dass ein Haus nicht "schlecht und verwahrlost" sein kann, wenn dort Arbeiter wie Bürger oder gar Adel wohnen.
Wohl vertrat er die Meinung, dass dies zu einem gewissen Standard für alle führen könnte.

Er hat außerdem auf eine Entwässerung der Wohngebiete hinwirkt, auch hinsichtlich der Kanalisation. Abwässer wurden gesammelt - und wo es nicht anders ging - mittels Dampfkraft ins Umland abgepumpt. Abwässer sollten nicht in die Fliesgewässer eingeleitet werden, sondern über sogenannte Rieselanlagen auf Felder oder Brachwiese ausgebracht werden, wo sie durch die Erde gefiltert werden sollten.
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