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Schweighoffer, Nathalie - Ich war zwölf...

Frage: Schweighoffer, Nathalie - Ich war zwölf...
(2 Antworten)

 
1. Inhaltsangabe


Die Autorin Nathalie Schweighoffer erzählt von ihrer Geschichte als misshandelte und missbrauchte Tochter. Der Vater benutzt sie nächtelang für seine perversen Fantasien, die mit den Jahren immer ekelhafter und grausamer werden. Am Anfang kommt er nachts in ihr Zimmer um mit ihr zu reden und um sie zu streicheln, aber als nächstes lockt er sie ins Badezimmer um sie auf der Waschmaschine regelmäßig zu vergewaltigen. Als sie in ein anderes Haus umzogen hat er sie ins Büro gelockt unter dem Vorwand, sie solle ihm die Rechnungen schreiben um sie dann vergewaltigen zu können. Er setzt sie physisch und psychisch dermaßen unter Druck, dass sie sich keinem anvertraut. Sehr bald schon fühlt sie sich selber so schuldig, dass sie alle um sich herum belügt. Schon bald äußern sich die Folgen, in dem die Schulnoten schlechter werden, sie klaut und lügt, wird aggressiv.

Auch wenn sie ihrem Vater gegenüber oft sagt, dass sie den Missbrauch nicht will, hat sie keine Chance. Er setzt sie regelmäßig unter Druck, in dem er ihr zu verstehen gibt, dass ihr keiner glaubt und sie ihre Mutter damit umbringen würde. Irgendwie schafft er es immer, dass er ihre Hilferufe zu seinen Gunsten nutzen kann, und sie wieder gefügig ist. Er macht später nicht mal halt vor Drogen, die er selber nimmt, aber auch ihr aufdrängt. Er ist so krank, dass er sich einbildet, sie würde durch Pornofilme Spaß daran bekommen, was er mit ihr macht.

Mit 12 fängt ihr Grauen an, und endet erst mit 17, als ihre Mutter endlich den Absprung schafft. Mit 19 schreibt sie dieses Buch, nach dem Sie den Prozess gegen ihren Vater geführt hat.





2. Problematik:
Vergewaltigung

Die Täter und Täterinnen kommen zu über 90% aus dem sozialen Nahbereich der Opfer. Väter, Stiefväter, Brüder, Lehrer, Pfarrer, Mütter, Onkel, Babysitter, Freunden der Großeltern, Großväter, Tanten, Trainer, Erzieherinnen, Therapeuten, Nachbarn, Ärzte – sprich unauffällige und “anständige“ Bürger und Bürgerinnen missbrauchen Kinder und Jugendliche.
Ca. 80-90% der Täter sind Männer und ca. 10-20% sind Frauen.

Die Täterstruktur:
40% der Täter sind die eigenen Väter
18% Bekannte, Freunde oder Nachbarn
14% Stiefväter oder Partner der Mutter
11% andere (männliche) Verwandte
5% fremde Männer

Im Vordergrund steht in erster Linie nicht die sexuelle Befriedigung, sondern das Bedürfnis nach Macht und Kontrolle.
Diese Art des Missbrauchs findet weltweit statt und ist das Erbärmlichste, was man sich denken kann. Kinder können sich nicht gegen ihre Peiniger wehren und sind ihnen und ihren Perversionen ausgeliefert. Zurück bleiben verstörte Personen, die selbst als Erwachsene und mit psychologischer Betreuung am Rande der Gesellschaft stehen. Kaum ein Opfer wird je die Folge seines Missbrauchs vergessen und in den meisten Fällen werden soziale, sexuelle und emotionale Bindungen ihr Leben lang verwerflich und unmöglich bleiben.

Strafmaße:
Das bundesdeutsche Strafgesetzbuch (StGB9 regelt derartige Fälle in den Paragraphen (§173 bis 184 StGB, ist jedoch meistens dem Täter gegenüber humaner als dem Opfer. Man unterscheidet hierbei zwischen sexuellem Missbrauch von Kindern (§176 StGB), von Jugendlichen (§182 StGB), von Schutzbefohlenen (§174 StGB), durch Amtsträger (174b StGB) und von Gefangenen und Kranken (§174a StGB).
Die Höchststrafe für Vergewaltiger – es sei bemerkt, dass die Höchststrafe für Erwachsene ebenso wie Kinder gleichermaßen festgelegt ist – beträgt maximal 5 Jahre, was allgemein in den Augen der Opfer mehr als eine Fehlbeurteilung der Täter zeigt.

Arten von Missbrauch Erwachsener und Kinder:
Im klassischen Sinn des Missbrauchs steht die Vergewaltigung im Mittelpunkt des sexuellen Missbrauchs von Erwachsenen und Kindern. In den meisten Fällen von Kindesmissbrauch stammt der Täter aus der näheren Umgebung des Opfers und nicht selten sogar aus dessen Familie. Beziehen sich die sexuellen Übergriffe auf Familienmitglieder, so spricht man von inzestuösen Handlungen und es spielt dabei keine Rolle, ob tatsächlicher Geschlechtsverkehr stattgefunden hat oder nicht. Spricht man dagegen von Inzest, so ist der geschlechtliche Akt zwischen Angehörigen derselben Familie gemeint. Dem entgegenwirkend existiert das Inzestverbot. In Deutschland ist der Geschlechtsverkehr zwischen leiblichen Verwandten aufsteigender und absteigender Linie (Großeltern, Eltern und ihren Kindern) und zwischen Geschwistern grundsätzlich strafbar. Minderjährige sind dabei wegen Inzest nicht straffähig.
Kinder werden nicht zwangläufig durch konkrete Handlungen oder Geschlechtsverkehr zu Opfern sexuellen Missbrauchs. Auch die (illegale) Pornographie zählt zu den Arten des Missbrauchs.

Folgen von Missbrauch:
Durch Gewaltandrohung und in gewissem Maße auch deren Ausübung werden die Kinder oft sehr eingeschüchtert, dass sie gar nicht auf die Idee kommen, jemandem davon zu erzählen. Neurosen sind medizinisch gesehen seelische Krankheiten, die sich in Symptomen wie Angst, Hemmungen, Unsicherheit, Minderwertigkeitsgefühlen, Zwangsgedanken und Haltlosigkeiten äußern. Eine im Kindesalter erhaltene Neurose kann durch
qualifiziertes Personal innerhalb mehrerer Jahre teilweise beseitigt werden, doch es werden ein Leben lang Spuren zurückbleiben. Nur durch Gespräche mit vertrauten Personen können die Kinder ihre Neurosen verlieren und so wieder gesellschaftsfähig werden.
Die anderen Folgen sind durch Gewalteinwirkungen entstandene körperlich Verletzungen wie zum Beispiel blaue Flecke oder Narben. Schlimmer jedoch sind sogenannte Geschlechtskrankheiten, die auf die Kinder übertragen werden können. In der Kinderprostitution ist die Gefahr, die Kinder mit AIDS anzustecken enorm hoch.



3. Eigene Meinung

Ich finde das Buch sehr gut, weil sie sehr emotional und fast aus dem Bauch heraus schreibt. Sie redet nicht lange drum herum, sondern legt recht schnell mit dem eigentlichen Thema los. Sie erzählt nur das notwendige und lässt genug Platz für die eigene Fantasie, gerade was die Personenbeschreibung angeht.
Leider werden kaum Männer dieses Buch lesen und schon gar nicht “Solche“! Nathalie klagt an, aber nicht nur diese perversen und kranken Männer, sondern auch uns – die, die nur zu gucken und nichts unternehmen. Sie zeigt Situationen auf, in den man helfen könnte, wenn man nur richtig zuhören würde oder die richtigen Fragen stellen würde.
Der Schreibstil ist ehrlich, offen und direkt. Man kann dem Erlebten sehr gut folgen und steigt emotional sofort ein.
Dieses Buch halte ich für eine Pflichtlektüre, besonders in der Schule. Gerade hier könnte Aufklärung erfolgen, um möglichen Opfern aus ihrem Gefängnis heraus zu helfen oder prophylaktisch, um bei allen das Bewusstsein zu schärfen. Denn oft merken selbst die besten Freunde und Familienangehörige nichts, da misshandelte Kinder ein Geflecht aus Lügen um sich herum spinnen.
GAST stellte diese Frage am 22.04.2011 - 21:51


Autor
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1938
Antwort von matata | 22.04.2011 - 22:02
Da fehlt eine Fragestellung. Was sollen wir mit diesem Text anstellen?

Wie hiess deine Aufgabenstellung?
Erklär uns noch ein bisschen was... , bitte.
________________________
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Antwort von GAST | 22.04.2011 - 22:28
ja, ich war auch mal 12, ist jetzt, aber schon ein paar jahre her.

hab deinen text mal kurz durchgelesen, ich würde wenn es um sexuellen missbrauch von kinder geht nicht von phantasie sprechen, zumindest nicht so "lässt genug Platz für die eigene Fantasie", es könnte missverstanden werden, denn der täter hat auch seine eigene phantasie.

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