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Kunstklausur: Albrecht Dürer und der Holzdruck

Alles zu Werkstoffe in der Kunst

Kuntklausur 12. Klasse Thema: Grafik (Holzdruck)



7 Aufgaben inkl. Lösungen

1. Zeitgeist des grafischen Blattes "Die vier apokalyptischen Reiter"

Der Zeitgeist am Ende des 15. Jahrhunderts drückt sich in Dürers Apokalypse aus. Zu dieser Zeit glaubten die Menschen an einen bevorstehenden Weltuntergang, sie fürchteten sich vor dem Jüngsten Gericht und den Strafen Gottes. Dazu war es gekommen wegen den vielen Missständen, Seuchen und Naturereignissen zu dieser Zeit. Auch der Tod war zu dieser Zeit immer allgegenwärtig, vor allem durch die grassierende Pest. Dürer riss diese Grafik 1498, zu dieser Zeit entwickelte sich auch die Kunst weiter. Der Künstler galt nicht mehr als Handwerker, sondern als gebildeter Mensch und individueller Schöpfer, der nicht mehr unbekannt war, wie zuvor. Außerdem war Dürers Zeit geprägt von der mittelalterlichen Frömmigkeit, die sich auch in seinen Werken widerspiegelte. Dürer war auch geprägt von dem zu dieser Zeit Thema des Humanismus und der Renaissance.

2. Künstlerische Bedeutung Dürers für Deutschland

Albrecht Dürer hat eine sehr große Bedeutung in der Kunst für die Zeit des ausgehenden 15. Jahrhunderts und auch heute noch. Er war der erste Künstler, der den Holzschnitt in Form und Gestalt so perfektionierte und die Zustände zu dieser Zeit so gut in ihm ausdrücken konnte. Die Apokalypse war der Höhepunkt seines Schaffens und kein anderer Künstler konnte ihm hierin das Wasser reichen. Die frühesten Holzschnitte hatten kaum Eigenwert und waren reine Konsumartikel. Sie hatten keinerlei Anteil an künstlerischen oder sozialen Problemen, doch bei Dürer ist dies anders. Seine Werke waren so detailgenau und er benutzte einen Kontrast zwischen schwarz und weiß, hell und dunkel, äußerst raffiniert. Er machte sozusagen den Holzschnitt berühmt und war Vorreiter für alle späteren Künstler.

3. "Ars multiplicae"

Der Begriff "Ars multiplicae" bedeutet wörtlich übersetzt "das vervielfältigte Original". Das meint im übertragenen Sinne, dass jede Grafik zwar ein Original ist, jedoch nicht einzigartig ist. Sie ist Original, da sie mit dem originalen Druckstock erstellt wird, kann mit diesem aber öfter erstellt werden, das heißt, sie ist also nicht einzigartig.

4. Das kontrollierte Multiplikat

Unter dem kontrollierten Multiplikat versteht man die Limitierung der Druckgrafik durch Nummerierung, Signatur und Zerstörung des Druckstockes, welche zur Zeit des Impressionismus aufkam, da der Markt immer mehr nach eben diesem kontrollierten Multiplikat verlangte und Sammler nach dem Schutz vor Raub- und Nachkopien verlangten.

5. Unterschiede zwischen Malerei und Grafik

Ein wesentlicher Unterschied zwischen Malerei und Grafik ist sicher dieser, dass die Malerei eine Kunst der Fläche ist und die Grafik eine Kunst der Linie. Außerdem ist die Grafik im Gegensatz zur Malerei reproduzierbar solange der Druckstock noch vorhanden ist. Die Grafik stand übrigens seit jeher im Schatten der Malerei, vor allem wegen der fehlenden Farbigkeit (früher!, heute gibt es Farbigkeit durch Kolorierung) und ihre kleinen Formate. Außerdem sind grafische Werke meist billiger als malerische Werke, da der Künstler den Preis auf mehrere Bilder verteilen kann. Der Künstler weiß bei der Grafik auch meist nicht wer der Empfänger des Bildes ist, was bei der Malerei häufig nicht der Fall ist.

6) Druckträger und Druckstock

Die Begriffe Druckträger und Druckstock verwendet man im Bezug auf die Grafik und zwar bei der Druckgrafik. Der Künstler ritzt beispielsweise beim Holzschnitt sein Werk in Holz ein. Ist er damit fertig ist ein Druckstock entstanden. Dieser kann dann so oft man will auf einem Druckträger abbilden. Ein Druckträger ist z.B. das Papier worauf das abgebildete Werk später zu sehen ist

7) Bedeutung des Schrittes zum Bedrucken des Papiers für die Zeit des ausgehenden Mittelalters

Im Mittelalter ist es so gewesen, dass die Bilder nicht der Kommunikation zwischen Mensch und Mensch dienten, sondern der Kommunikation zwischen Mensch und Gott, sie waren also nur Kultbilder. Den kommunikativen Kontext bildete der Gottesdienst. Erst mit der Veränderung des kommunikativen Kontextes änderte sich auch der Charakter des Bildes. Die Menschen wünschten sich private Andachtsbilder für zu Hause. Dies forderte kleinformatige, privat nutzbare Andachtsbilder. Dieses Bedürfnis konnte die Malerei jedoch nicht stillen, sodass sich der Holzschnitt entwickelte. Diesen kannte man schon vom Zeugdruck aus der Spätantike. Dieser Holzdruck konnte jedoch erst richtig genutzt werden, als das billige Papier das teuere und seltene Pergament verdrängte und 1389/90 die erste deutsche Papiermühle die Papierproduktion aufnahm. Das Papier hatte also in dem Sinne eine so große Bedeutung, dass nun viele Bilder, in dieser Zeit vor allem private Andachtsbilder und Spielkarten, billig und viel hergestellt werden konnten. Die Kommunikationsstruktur veränderte sich also vor allem durch Papier vom oralen, offiziellen zum indirekten, privaten, visuellen. Jeder konnte also selber Bilder erwerben und daraus Informationen bekommen. Diese Kommunikationsstruktur wurde also zum einen von der Medienrevolution des Holzschnittes grundlegend verändert, zum anderen aber auch durch die Medienrevolution des Buchdrucks, die sich ja auf das Bedrucken des Papiers bezieht. Die gedruckten Bücher waren zwar erst im Nachteil wegen ihres hohen Preises waren daran aber ebenfalls stark beteiligt und werden auch als Medienrevolution bezeichnet.
Inhalt
Eine Klausur des 12. Jahrganges einer gymnasialen Oberstufe
Thema: Grafik, im spezifischen Holzschnitt, Dürer und das 15. Jhd. im Zeitumriss
Gliederung:
1.Zeitgeist des grafischen Blattes „Die vier
apokalyptischen Reiter“
2.Künstlerische Bedeutung Dürers für Deutschland
3.„Ars multiplicae“
4.Das kontrollierte Multiplikat
5.Unterschiede zwischen Malerei und Grafik
6.Druckträger und Druckstock
7.Bedeutung des Schrittes zum Bedrucken des Papiers für die Zeit des ausgehenden Mittelalters

Quelle: meine eigene selbstgeschrieben Klausur
Seiten:2 (785 Wörter)
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21.11.2007 von unbekannt
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