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Bildanalyse (Klausur): Caspar David Friedrich - "Abtei im Eichswald"

Alles zu Friedrich, Caspar David

Kunst-Klausur über "Abtei im Eichswald" von Caspar David Friedrich



Aufgaben: Analysieren Sie das vorliegende Gemälde werkimmanent

- Kennzeichnen sie zunächst die spontane Wirkung des Gemäldes auf sie, fahren sie mit einer knappen Bildbeschreibung fort.
- Bringen sie Hintergrundwissen mit ein, das für diese Aufgabenstellung relevant ist

Das Werk „Abtei im Eichwald“ von Caspar David Friedrich ist im Jahre 1809 entstanden und in Öl auf eine Leinwand mit den Maßen 109 x 170 cm gemalt

Es wirkt im ersten Moment düster, dunkel und traurig auf mich, weil die untere Ebene, bestehend aus dem Friedhofsboden, den Menschen, der Klosterruine und den abgestorbenen Bäumen, sehr dunkel gehalten ist und nur der Himmel, der die zweite Ebene bildet, durch seine hellere Farbgebung hervorgehoben ist.
Das Gemälde stellt ein Begräbnis auf dem Gelände eines früheren Klosters dar, das als Friedhof genutzt wird. In der Bildmitte im Vordergrund ist ein geöffnetes Grab zu sehen, auf das eine Gruppe Mönche, in Doppelreihen gehend und aus einer Klosterruine kommend, zugeht um einen Sarg, den sie aus der Ruine heraustragen, hineinzulegen. Um die Ruine herum befinden sich abgestorbene, kahle Bäume und andere Pflanzen, außerdem sind vereinzelt Grabsteine und ein Kreuz zu erkennen. Dies alles, aus dem die Ebene eins besteht, ist, bis auf die Mönche, die schwarze Umhänge tragen, in dunklen Brauntönen gehalten. Die zweite Ebene besteht fast nur aus dem leicht beigen Himmel, obwohl die Ruine und auch ein Teil der Bäume hineinreichen. Die erste Ebene nimmt etwa 40 % des Bildes ein, die zweite um die 60 %.

Der Betrachter befindet sich in etwa auf Augenhöhe mit den Mönchen, er sieht also die Ruine und die Bäume aus der Froschperspektive, was auf ein untergeordnetes Verhältnis der Menschen zur Natur hindeutet. Ein Hinweis für diese Deutung könnte auch die Darstellungsart der Mönche liefern, die sehr klein gemalt sind und schätzungsweise noch nicht einmal ein Prozent des Bildes ausmachen. Sie werden zwar durch das Schwarz ihrer Umhänge etwas hervorgehoben, doch insgesamt fügen sie sich gut in die dunkle Umgebung ein. Ein Gesicht der Personen ist außerdem nicht erkennbar, was darauf schließen lässt, das dem Maler die Menschen in Bezug auf das Gemälde wichtig waren, er sie jedoch an sich doch eher uninteressant fand und es nicht für nötig befand, ihnen eine gewisse Persönlichkeit in Form eines Gesichtes zu verleihen.

Auffällig ist ebenfalls, dass der Himmel durch seinen beigen Farbton aus dem Gemälde hervorsticht, da der übrige Teil des Bildes eher in braunen Farbtönen gehalten ist, ebenso wie ein kleiner Teil des Himmels. Das Begräbnis in Verbindung mit dem hervorgehobenen Himmel könnte ein Symbol für die Hoffnung sein, da etwas Altes zu Grabe getragen wird, am Horizont jedoch schon ein Neuanfang zu erkennen ist, in diesem Gemälde vielleicht als den Übergang von der Nacht zum Tage hin dargestellt.

Das Gemälde besitzt meiner Meinung nach eine statische Bildkomposition, da sich außer den Mönchen nichts zu bewegen scheint, alles erscheint „gestorben“, was vor allem an der Ruine, die ja nun nur noch ein Bruchstück des ehemaligen Klosters darstellt, und den Bäumen, die ebenfalls kein Zeichen von Leben aufweisen, denn sie sind kahl und abgestorben, deutlich wird, doch vor allem das Begräbnis selbst ist ein Symbol des „Toten“.

Dieses Gemälde von Caspar David Friedrich entstand im Jahre 1809, also ein Jahr vor seiner ersten öffentlichen Ausstellung, bei der er jedoch noch nicht als Maler anerkannt wurde. Es passt recht gut zu seinem üblichen Stil, denn da er ja der Kunstrichtung der Romantik angehörte, hat er mehrere Werke, beispielsweise die „Kreidefelsen auf Rügen“ gemalt, die den Menschen gegenüber der Natur als klein und unbedeutend darstellen. Wie auch bei dem Gemälde „Kreidefelsen auf Rügen“ stellt er die Menschen als „endlich“, sterblich dar, ein Unterschied zu dem vorliegenden Werk ist jedoch, dass hier ebenfalls die Natur als nicht unsterblich gemalt ist, denn bei „Abtei im Eichwald“ sind alle Pflanzen als tot und abgestorben gekennzeichnet.

Eine mögliche Besonderheit des Gemäldes wird auch dadurch deutlich, dass das Gelände bei Greifswald liegt, dem Ort, in dem Caspar David Friedrich 1747 geboren wurde. Möglicherweise spielt dieses Motiv daher für ihn eine besondere Rolle, vielleicht steckt etwas Persönliches dahinter.
Inhalt
Aufgabe:
Analysieren Sie das vorliegende Gemälde werkimmanent
- Kennzeichnen sie zunächst die spontane Wirkung des Gemäldes auf sie, fahren sie mit einer knappen Bildbeschreibung fort.
- Bringen sie Hintergrundwissen mit ein, das für diese Aufgabenstellung relevant ist (632 Wörter)
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19.12.2005 von unbekannt
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