Gabriele Wohmann " Flitterwochen, dritter Tag" | Gabriele Wohmann - Flitterwochen, dritter Tag
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Gabriele Wohmann " Flitterwochen, dritter Tag"

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Gabriele WohmannFlitterwochen, dritter Tag


Die Kurzgeschichte „Flitterwochen, dritter Tag“ von Gabriele Wohmann handelt von
einer Frau, die gerade erst geheiratet hat, aber trotzdem den Eindruck erweckt, dass sie ihren Mann weder liebt, noch begehrt. Im Gegenteil, es scheint so, als würde sie ihren Mann gegenüber ( von dem erst ganz am Ende des Textes klar wird, dass es ihr Mann ist ), Abscheu und Ekel empfinden. Bei mehrfachem aufmerksamen Lesen des Textes lassen sich sprachlich- rhetorische Mittel finden, dessen Funktionen den Abscheu und den Ekel ihrem Mann gegenüber bestätigen.
Erst unter dem Einfluss von Alkohol findet sie ihren Mann nicht mehr so abscheulich und schlimm.
Die vorliegende Kurzgeschichte „Flitterwochen, dritter Tag“ spielt wohl einige Tage nach der Hochzeit eines Paares. Diesen Schluss lassen die beiden Textstellen „am dritten Tag gegen fünf“ (S.34, Z.1) und „ Du und ich, wir zwei- was man sich so zunuschelt kurz nach der Hochzeit“ (S.34,Z.15f.) zu. Der Text wird von einen personellen Ich- Erzähler ( die Frau ist in diesem Fall der Ich- Erzähler), erzählt. Hierfür gibt es zwei Belege: Zum Einem kommt das Personalpronomen Ich insgesamt zehn Mal im ganzen Text vor und zum Anderen gibt es im Text Wertungen des Ich- Erzählers. Wie z.B. „Abwegiges Grau der See, und mein zweites Glas leer“ (S.34,Z.20f.), oder „die Oberfläche der Warze war körnig, wie die Haut auf Hühnerbeinen“ (S.34,Z.21f.).
Zentrales Symbol des Textes scheint die „Warze“ zu sein. Das Wort Warze wird gleich 12 Mal wiederholt und einaml wird sogar das Synozym Verruca für das Wort Warze verwendet.
An mehreren Stellen wird deutlich, dass die Frau wohl Abscheu und Ekel gegenüber der Warze, die zu ihrem Mann gehört, empfindet „Das schrundige Ding auf der Schulter, erstarrtes Feuerwerk, stand leicht zur Debatte“ (S.34,Z.26f.). Das Adjektiv „schrundige“ zeigt den Ekel sehr klar, aber auch durch mehrere Metapher wie „Durch die Fangarme sah die Warze einer Narrenkappe ähnlich“ (S.34,Z.16f.) oder „Die leicht bekleidete Krake, der vertrauliche Vielfuß, Verruca“ (S.35,Z.13f.), wird die Abscheulichkeit der Warze verdeutlicht.
„Seitlich vom Schlüsselbein stand sie senkrecht ab“ (S.34,Z.12)- durch diese Alliteration wird die Warze weiter beschrieben und auch Ekel beim Leser erzeugt.
Die Frau scheint mit ihrem Mann nicht glücklich zu sein, sie weiss nicht, ob es ihr richtig behagt (vgl.S.34,Z).
Das Verhältnis der beiden Protagonisten scheint gestört zu sein. Vor allem auf Seiten der Frau- sie vergleicht ihre Zukunft mit der Metapher „Gewitter stand unmittelbar bevor, unser Zusammenleben auch“ (S.35,Z.1f.). Hier wird ein weiteres Mal klar, dass die Frau nicht mit ihrem Mann zusammen sein möchte.
Erst am Ende des Textes, als die Frau schon mehrere Gläser Bier getrunken hat, beginnt sie nicht mehr so abwertend über ihren Mann zu sprechen. Er ist ihr jetzt plötzlich näher (vgl. S.35,Z.14f.), ja, sie findet es sogar nett mit ihm (vgl.S.35,Z.16).
In der letzten Stelle des Textes (S.35,Z.23-24) bezeichnet sie ihren Mann das erste Mal als ihren Mann, was sie vorher nicht getan hat. Sie bricht also die dadurch bis dahin vermittelte Distanzierung zu ihrem Mann.
Der Text schließt mit dem Satz „ Er brauchte nicht weiter auf mich zu warten, ich habe kaum gezögert, er wartete, wieder mir zugekehrt, die Warze das Wappen, er wartete, Reinhard wartete, mein Mann mit der Warze“ (S.35,Z.21ff.).
Erst ganz am Schluss des Textes wird dem Leser mit diesen Satz für kurze Zeit der Eindruck vermittelt, die Frau liebe ihren Mann doch.
Ich denke, diesen verwirrenden Sinneswandel der Frau kann man aber auf den Einfluss des Alkohols zurückführen. Man kann sogar sagen, dass sie sich ihren Mann schön getrunken hat. Ein Beleg dafür, dass die Frau auf jeden Fall nicht Herr ihrer Sinne ist, ist ein Widerspruch im Text. Zunächst bezeichnet sie das Meer negativ durch die Aussage „Abwegiges Grau der See,..“ (S.34,Z.20f. . Nachdem sie weitere Biere getrunken hat, findet sie das Meer allerdings bemerkenswert (vgl.S.34,Z.25).
Durch diesen ersten Widerspruch wird klar, dass die Frau wohl zu viel getrunken hat.
Meiner Meinung nach ist diese Tatsache auch der Grund dafür, dass die Frau ihren Mann

Plötzlich doch toll findet.
Zusammenfassend kann man wohl sagen, dass die Frau ihren Mann nicht liebt, sondern sich nur vor ihm ekelt. Sie kann sich auch kein Zusammenleben mit ihm vorstellen. Erst im alkoholisierten Zustand ändert sich dies. Doch aufgrund des alkoholisierten Zustandes der Frau, ist der Meinungsumschwung nicht ernst zu nehmen. Der Einfluss von Alkohol ist wohl jeden bekannt, womit mein Argument nachvollziehbar sein dürfte.
Inhalt
Komplette Textanalyse mit Einleitung, Hauptteil und Schluss. (725 Wörter)
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09.12.2004 von unbekannt
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