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Facharbeit: Dali, Salvador - Die Beständigkeit der Erinnerung: Eine Bildanalyse

Alles zu Dalí, Salvador"Die Beständigkeit der Erinnerung"- Eine Bildanalyse
Die surrealistische Traumlandschaftsmalerei "Die Beständigkeit der Erinnerung" (Original: "La
persistencia de la memoria") ist wohl das bekannteste Gemälde Salvador Dalis. Das Genre des
Bildes bildet eine Mischung aus Landschaft im Hintergrund und Stillleben im Vordergrund. Das
24,1x33 cm große Ölbild entstand 1931 und ist im "Museum of Modern Art" in New York
ausgestellt.

Bildbeschreibung
Das Bild zeigt vier Taschenuhren. Links unten im Bild liegt eine mit Ameisen übersäte braunbeige,
geschlossene Taschenuhr auf einem braunen Block, der nur zum Teil im Bild ist und etwa ein
einen Sechstel des Bildinhalts einnimmt. Das Krone der ovalen Uhr zeigt in Richtung obere rechte
Bildecke.
Hinter der Uhr scheint eine deutlich größere Uhr über die Blockkante zu laufen als würde sie
zerfließen. Diese zeigt kurz vor 7 Uhr an und eine Fliege sitzt auf ihr in der Nähe des großen
Zeigers. Im Vergleich zu der Fliege ist die Uhr überdimensional groß. Sie hat eine hellblaue Farbe
mit schwarzen Ziffern und goldenem Rand und Krone oben. Genau die untere Hälfte der Uhr
läuft an der Seite des Blocks herab. Die Kante des Blocks befindet sich also unter der 3, dem
Mittelpunkt der Uhr und wahrscheinlich der 9, aber die Ziffern 8, 9, 10, und 11 sind für den
Bildbetrachter nicht sichtbar.
Von der Perspektive her, hinter dieser Uhr am Rand des Blocks steht ein kleiner, toter, oben
abgebrochener Baum mit nur einem Ast. Das gräuliche Bäumchen befindet sich also am linken
oberen Bildrand und der Ast mit einem kleinen Zweig nach oben zeigt in Richtung Bildmitte. Über
diesem Ast hängt eine weitere Taschenuhr beinahe wie ein Tuch. Sie zeigt auf sechs Uhr und ist
nur ein wenig kleiner als die andere Uhr. Auch diese ist hellblau mit schwarzen Ziffern und Zeigern,
aber sie hat eine silberne Fassung und eine ebenso silbernes Krone, welche nach unten
Richtung Boden hängt. Für den Betrachter ist die untere Hälfte des Ziffernblatts erkennbar, es ist
also nur die Hälfte der Zahlen und der kleine auf die 6 zeigende Zeiger zu sehen.
In der Bildmitte liegt ein amorphes Gebilde, eine Art abstraktes Wesen. Dieses ist weiß und scheint
am rechten Rand auch zu zerfließen. Es liegt auf dunkelbraun bis schwarzem Sandboden. Das
längliche Wesen scheint links im Bild ein geschlossenes, großes Augenlied mit sehr langen
Wimpern und einer rüsselartigen Nase zu haben, die im Vergleich zum Auge zu klein ist. Unter der
Nase liegt ein rötliches Gebilde, welches eine Art offenen Mund oder eine Zunge darstellen könnte.
Dieser Teil des Gebildes liegt zum großen Teilen im Schatten. Der Rest des Objektes liegt diagonal
und hat weiter oben eine Art Rundung, neben der sich der rechte, restliche Teil, das schmale Ende,
in der Dunkelheit des Untergrunds zu verlieren scheint, als würde es sich auflösen. Durch das Auge
und die Nase erinnert das Gebilde an ein deformiertes Gesichtsprofil.
Die vierte Taschenuhr liegt zum Teil auf der Mitte dieses Wesens, zum anderen Teil scheint sie auf
den Sandboden geflossen zu sein. Diese Uhr hat ein weißes Ziffernblatt mit schwarzen Zahlen und
Zeigern, man sieht aber nur die obere Hälfte des Zifferblattes, der Rest fließt auf der Rückseite des
abstrakten Wesens herab. Der große Zeiger der Uhr steht auf kurz nach Zwölf.
Die langen Schatten der Uhren, des Baumes, des Wesens und der Klippen lassen darauf schließen,
dass die Sonne von rechts kommt und sehr tief steht. Da der Himmel hellorange ist, kann es sich
hierbei um einen Sonnenauf- oder -untergang handeln. Da rechts meist für Osten steht, wurde in
diesem Bild wahrscheinlich ein Sonnenaufgang festgehalten.
Der dunkle Sandboden wird etwas über der horizontalen Bildmitte immer heller und bildet damit
den Mittelgrund.
Links im Bild hinter dem toten Baum ragt eine horizontale siber-blaue Platte ins Bild. Sie befindet
sich auf einer Linie mit dem Horizont des Bildes.
Dieser Hintergrung wird durch einen fließenden Übergang vom Meer zum Himmel gebildet. Das
Meer im Bild ist zu etwa einem Drittel weiß bis hellblau und geht hellgelb-orange in den Himmel
über, der am oberen Bildrand eine blau bis dunkelblaue Farbe annimmt. Im rechten oberen Drittel
des Bildes befinden sich gelblich-beige Sandsteinfelsen, welche nach links zum Meer hin abfallen.
Senkrechte dunkle Linien entstehen durch die Schatten an den steilen Klippen der Felsen. Zwischen
Sandboden und Felsen befindet sich Wasser, in welchem sich die Felsen spiegeln. Der Sandboden
zu diesem Teil des Meeres hin nimmt in einem Streifen eine helle, rötliche Färbung an. Oberhalb
der Felsen ist auch hellorangener bis blauer Himmel zu sehen. Bei diesem Hintergrund handelt es
sich um eine schroffe katalanische Felslandschaft.
Diese Gemälde stellt einen Ausschnitt einer Szene dar. Der Betrachter scheint teilnahmslos mitten
drin zu sein.
Die Szene wirkt träumerisch, ruhig aber auch verwirrend und scheint trotz der toten Landschaft in
Bewegung zu sein, durch die zerfließenden Uhren. Ich denke, dass diese weichen Uhren und die
leblose Umgebung für Vergänglichkeit und das haltlose Fortschreiten der Zeit stehen.
Durch das Abstrakte im Bild wird diese Szenerie zu einer Traumlandschaft, die den Betrachter zum
Denken und zum Fantasieren anregen soll. Durch die Surrealität lässt der Künstler Platz für die
individuelle Interpretation eines jeden Betrachters.

Kompositionsanalyse
- Querformat > wirkt weit, ruhig
- Waagerechten: Ast des Baumes und Gipfel der Felsen
Obergrenze der Platte und Küste (Übergang von Sandboden zu Meer)
Obergrenze des Blocks und Schatten des Bodens
Schatten des Baumstamms
großer Zeiger der goldumrandeten Uhr und unterer Linie des Teils des Wesens, das sich aufzulösen scheint
> vor allem der Hintergrund wirkt weit, ruhig und als Landschaft
Diagonalen (nicht parallel): Wesen, Kante des Blocks, rechte Kante der Platte, ovale Form
der geschlossenen Taschenuhr; keine Diagonalen durch das gesamte Bild, keine Symmetrie
> Vordergrund wirkt eher dynamisch, ungeordnet, keine Harmonie > interessant
> ruhiger Hintergrund > Betonung der dynamischen Bildgegenstände (Wesen, Uhren)
- Rechtecke: drei in den Klippen durch senkrechte linienartige Schattenwürfe
1: derMittelteil des Wesens
2 in Platte (Teilung durch den Baum)
1: gebildet durch: linken Bildrand, Platte, Baum, Blockkante
1: gebildet durch: Baumstamm, Baumast, herunaterhängende Uhr, Blockkante
1: Block = Quader
1: Hintergrund (einschließlich Meer,Himmel, Felsen)
1: dunkelbrauner Untergrund: begrenzt durch rechten und unteren Bildrand,
Blockrand, hängende Uhr, Küste
> wirkt statisch, ruhig
Ellipse: 1: geschlossene Taschenuhr
1: Wesen
3: restliche Uhren jeweils, aber unsaubere Ellipsen: unsymmetrisch, eher gedacht
> bringen etwas Dynamik in das Bild
Dreiecke: 1: die vier Uhren (mit gedachter Linie verbunden)
1: rechter (sich scheinbar auflösender) Teil des Wesens
1: linker Teil der Klippen: herabfallend
> hauptsächlich Rechtecke, diese vor allem im Hinter-, Untergrund > Betonung der Gegenstände im Vordergrund
- L-Komposition: Block einschließlich Uhren, Baum, Platte und Himmel einschließlich Meer, Klippen bilden ein L (heller, beige, hellblau)
Blick fällt auf untere rechte (beinahe gegenstandslose, dunkle) Ecke
> Blick wird auf Motiv in dieser Ecke gelenkt, also auf das zu der Ecke im Hell-Dunkel-
Kontrast (s. unten) stehende weiße Wesen mit der Uhr
Andeutung des goldenen Schnitts durch Dreiteilung
- Aussschnitt (offen: zwar Landschaft im Hintergrund, aber Teil eines Blocks, einer Platte mit
starker perspektivischer Darstellung im Vordergrund lenken den Blick in das Bild hinein)
> wirkt anziehend, ansprechend, persönlich (keine Betrachtung aus der Ferne)
- Formbeziehungen: Gegensatz von geometrischen Formen (Platte, Block, geschlossene
Taschenuhr) zu abstrahierten Formen: Wesen, fließende Uhren
> Betonung der abstrakten Gegenstände
Ballung: Gegenstände (drei Uhren, Block, Platte, Baum) ballen sich am linken Bildrand
> Wesen etwas Abseits dieser Ballung > Betonung des Wesens
Harmonie der Gegenstände zum Bildganzen und zueinander
- organische Formen: Wesen, Ameisen, Fliege, Baum, Uhren, Felsen
geometrische Formen: Platte, Block = Quader, geschlossene Taschenuhr = Ellipsoid
- Darstellungsmodus der Formen:
plastisch durch Licht-Schatten (Hell-Dunkel)
naturgetreu: Baum, Klippen
abstrahiert: Wesen, fließende Uhren
Perspektive
- Perspektivischer Illusionsraum:
Horizontalperspektive (perspektivische Verkleinerung von Block, Platte, auch Uhren:je
weiter hinten desto kleiner) Fluchtpunkt in der oberen Bildmitte
Farbperspektive des Untergrunds (Sandboden wird heller), des Himmels + Verblauen des
Himmels
Reduzierung der Felsen zum Bildhintergrund
- Bedeutungsperspektive: Taschenuhren werden überdimensional groß dargestellt > große metaphorische Bedeutung > Betonung jener
- Perspektive des Betrachters: Frontalperspektive/leichte Vogelperspektive > wirkt realistisch, natürlich
> räumliche Wirkung durch Überschneidung, Staffelung, leichte Vogelperspektive Licht/Beleuchtung
- Schlagschatten: klare Schatten von Uhren, Baum > plastische, naturgetreue Wirkung
- Lichtquelle: außerhalb des Bildes: von rechts, tief stehend > Sonnenaufgang
> melancholisches Dämmerlicht
- Körperschatten: modelliert Baum, Block, Wesen, Felsen räumlich/plastisch
- Beleuchtungslicht: Erhellung von unterem Teil der Uhr, die auf dem Block zerfließt; Wesen
besonders hell > Betonung des Wesens
- Reflexlicht: Platte reflektiert Licht des Himmelstreifens > glatte, glänzende Oberfläche

Farbe
- hauptsächlich Gegenstandsfarben (Baum, Klippen, Himmel) > natürliche, realistische
Farben
- Erscheinungsfarbe: Untergrund ist beinahe schwarz > durch Licht geworfener Schatten
- Symbolfarben:
weißes Wesen > Licht, Reinheit, Leichtigkeit, Vollkommenheit, illusionär, weiße Tiere = göttlich
orange (Uhr, Block, Himmel, Sandstreifen nahe der Küste) > Optimismus, Lebensfreude
blau (Platte, 2 Uhren, Himmel) > Ruhe, Weite, kühlende Wirkung
braun (Untergrund, Block) > Sicherheit, Vertrautheit
- deckender Farbauftrag
- hauptsächlich trübe Mischfarben
- Farbe-an-sich-Kontrast: nicht sehr stark, weil nicht so viele Farben vorhanden; fließende
Übergänge, Farbverläufe; eher natürliche Farben > keine kräftigen Farben > wirkt ausgeglichen, natürlich, angenehm
- Hell-Dunkel-Kontrast: besonders: weißes Wesen auf schwarz-dunkelbraunem Untergrund
> zieht Blick des Betrachters an > Besondere Hervorhebung des Wesens
Meer und Himmel im Gegensatz zu dem dunklen Boden > starker Kontrast > Spannung
- Kalt-Warm-Kontrast: zwei hellblaue Uhren, Platte, Himmel = kalte Farben stehen im Kontrast
zu orange-braunem Block, orange-brauner Uhr, dunkelbraunem Untergrund, beige-gelben Felsen, weiß-orangem Himmel
> kalte Farben eher links und oben im Bild, warme Farben sind mehr und eher rechts und unten im Bild > in der Mitte: neutrale (weiße) Figur > starker warm-Kalt-Kontrast bildet einen Gegensatz; Neutralität des Wesens in der Bildmitte betont dieses
- Komplementärkontrast: Bild enthält hauptsächlich blaue, orange Farben
> sind Komplementärfarben aber kaum genau nebeneinander zu finden nur: fließende Uhr auf Block aber kein kräftiges blau > keine starken Komplementärkontraste > wirkt angenehm,
ruhig
- Quantitätskontrast: ein wenig durch Ballung der Bildgegenstände auf der linken Bildseite
> wirkt interessanter, nicht so eintönig

Linie
- Strukturgebende Linien: Horizontlinie (Übergang von Sand zu Meer und Platte)
Fluchtlinie von Block, Platte
> ergeben ein eigenständiges, eigenwertiges Gestaltungselement
> geben Perspektive (Blickwinkel) an, teilen Bild ein (in Vorder-, Mittel-, Hintergrund)
- Kontur von Baum, Felsen sonst Konturen meist durch Licht und Schatten dargestellt
> plastische Darstellung, Abgrenzung der Gegenstände vom flächigen Hinter- und Untergrund
> die strukturgebenden Linien und Konturen sind bezeichnende Gestaltungselemente
- Gedachte Linie: Block, Wesen, Felsen bilden gedachte Diagonale
> hinweisendes Gestaltungselement > führt/leitet den Blick des Betrachter aufsteigend
> positiv gedachte Diagonalen (s.oben) wirken beweglich, räumlich gedachte Horizontalen (s.oben) wirken ruhig

Form
- klar umgrenzte Formen > realitätsnah
- geometrische, organische Formen (s.oben)
- runde, weiche Formen dominieren (Uhren, Wesen) > Ausgleich durch harte Kanten (Block, Platte)
> Spannung Fläche
- Block: ca 1/6
Hintergrund (einschließlich Felsen): ca 1/3
Felsen: ca 1/6 des Hintergrunds
Untergrund (dunkle Fläche): ca 1/2 der Bildfäche

Interpretation
Der spanische Maler, Grafiker, Schriftsteller, Bühnenbildner und Bildhauer Salvador Felipe Jacinto
Dali i Domenech lebte vom 11. 05.1904 bis zum 23.01.1989. Er hieß genauso wie sein schon vor
Dalis Geburt verstorbener Bruder. Er fühlte sich als Ersatz und versuchte daher sein ganzes Leben
lang zu zeigen, dass er besonders und einmalig sei.
Im Jahr 1929 fand Dali seinen persönlichen Stil und sein Genre bei den Surrealisten in Paris. Zuvor
hatte er sich mit dem Impressionismus, dem Futurismus und dem Kubismus beschäftigt.
Er gilt als einer der Hauptvertreter des Surrealismus und zählt zu den bekanntesten Malern des 20.
Jahrhundert wegen seiner provozierenden, perfektionistischen und schockierenden Bildsprache.
Dali widmete sich der Welt des Unbewussten also der Welt des Traumes, des Rausches, des Fiebers
und der Religion. Inspiration gab ihm unter anderem seine 1934 geheiratete Frau Gala.
Zu Salvador Dalis bekanntesten Gemälden zählen "Der Große Masturbator"(1929), "Das Rätsel
des Wilhelm Tell" (1933) und "Die brennende Giraffe"(1936).
Auch "Die Beständigkeit der Erinnerung" (1931) gilt als eines seiner bekanntesten Werke.
Ich habe mich für dieses Gemälde entschieden, weil ich es geheimnisvoll und faszinierend finde. Es
gehört zu der Art Dinge, die man gerne entschlüsseln möchte, wodurch man selber ins Fantasieren
und Träumen gerät. Durch meine angeborene Neugierde habe ich das Bedürfnis alles, was ich
wahrnehme, zu verstehen. Dieses Bedürfnis verspüre ich auch bei dem Betrachten dieses Bildes.
Nicht viele Gemälde der modernen Kunst schaffen es, mich derart anzusprechen und neugierig zu
machen. Das Bild wirkt auf mich ruhig und harmonisch, das einzig verstörende, ist das abstrakte
Gebilde in der Mitte des Bildes.
Inspiration für dieses Gemälde bot heißer, zerlaufender Camembert, durch welchen Dali sich
philosophische Fragen stellte. So entstand dieses surrealistische Werk zum Thema Zeit.
Die Landschaft im Hintergrund mit den schroffen Felsen soll in Port-Lligat sein. Bei dem
Bäumchen handelt es sich laut Dali um einen Olivenbaum.
Das Wesen in der Bildmitte soll Dalis abstrahiertes Gesichtsprofil darstellen, wie er es schon in
seinem Werk "Der große Masturbator" (1929) gemalt hatte.
Die Ruhe und Harmonie des Bildes werden durch die warmen und trüben Mischfarben, die
Bildhorizontalen, die Rechtecke in der Bildkomposition und die ruhigen, beinahe bewegungslosen
Motive erzeugt.
Trotz dieser harmonischen Wirkung des Bildes enthält es Spannungen, einmal in den Kontrasten,
vor allem der Warm-Kalt-Kontrast und der Hell-Dunkel-Kontrast werden hier geschickt eingesetzt,
um den Blick des Betrachters zu lenken und eine faszinierende Atmosphäre im Bild zu schaffen.
Spannung wird aber auch durch die weichen Rundungen der Uhren und des Gesichtsprofils im
Gegensatz zu den harten Kanten des Blocks und der Platte erzeugt.
Dali erzeugt eine Täuschung der Sinne, indem er abstrakte Objekte realitätsnah, detailreich und mit
natürlichen Farben malt, als gäbe es keinen Zweifel an der Realität derer. Dadurch erzeugt er eine
Traumlandschaft, denn auch unsere Träume sind verwirrend aber wirken dennoch real.
Dieses Unwirkliche und Phantastische als Erweiterung des menschlichen Erfahrungsbereichs
kennzeichnet den Surrealismus.
Durch den dunklen Untergrund, dem vertrockneten Baum und den leblosen Gegenständen wirkt die
Landschaft tot.
Unruhe bringen die Ameisen und die Fliege ins Bild, denn sie leben. Die Fliege auf der Uhr steht
für das rasche Fortschreiten der Zeit, denn man sagt, die Zeit "verfliegt".
Die Ameisen auf der geschlossenen Taschenuhr scheinen diese förmlich aufzufressen, was Vergänglichkeit und damit einhergehende Verwesung symbolisisert.
Das Thema der Vergänglichkeit wird durch die tote Landschaft unterstützt.
Ameisen sind typisch für Dali, für ihn bedeuten sie Tod, Verwesung und sind ein Zeichen der
bedrängenden Unruhe.
Neben diesen für Dali typischen Ameisen, und seinem abstrahierten Gesichtsprofil findet sich noch
ein Symbol Dalis in dem Bild: die weichen oder zerfließenden Uhren. Diese können verschieden
interpretiert werden. Zum einen stehen auch sie für Vergänglichkeit, denn es scheint, als würden
selbst Uhren wortwörtlich vergehen können, also zerfließen.
Andererseits könnte es auch bedeuten, dass egal was passiert, die Zeit unaufhörlich weiterfließt. Bei
dieser Interpretationstheorie würde sich entweder das "fließen" der Zeit auf die weichen Uhren
beziehen oder man sieht das Zerfließen als scheinbare Zerstörung der Uhren mit trotzdem
weiterlaufender Zeit.
Eine weitere Symboldeutung wäre die Zeitlosigkeit der Welt, da alle Uhren scheinbar zu einer
anderen Zeit stehen geblieben sind aber die eigentlich vorherrschende Uhrzeit für alle Uhren gleich
ist. Und die Erde sich trotz stehen gebliebener Zeitmesser weiter dreht.
Dali stellt die Symboldeutungen der Farben in einen Gegensatz zum Thema Vergänglichkeit. Dieser
Kontrast ist am stärksten an der geschlossenen Taschenuhr nachzuvollziehen. Diese Taschenuhr ist
orange. Die Farbe Orange steht für Optimismus und Lebensfreude, dabei wird die Uhr gerade von
Ameisen zerfressen, was symbolisch für Verwesung und Tod steht.
Das weiße abstrahierte Profil des Künstlers symbolisiert durch diese Farbe Licht, Leichtigkeit und
Vollkommenheit, während das leblose Aussehen der Gestalt und die darauf liegende Uhr eher für
Vergehen und Tod stehen. Dies scheint sehr kontravers. Andererseits könnte er mit dieser
Symbolfarbe auch die Zeit an sich in Zusammenhang bringen wollen. Diese ist vollkommen und
rein, denn man kann sie nicht verfälschen oder stoppen und sie kann nicht verwesen oder sterben.
Dali widersetzt sich mit seinem Gemälde der unaufhaltsamen Vergänglichkeit durch die Zeit, indem
er die Zeit in seinem Bild festhält und das Gemälde selber unauslöschbar in den Köpfen der
Betrachter bleibt.
Der Künstler setzt der unendlich fortlaufenden Zeit die Erinnerung entgegen, die einen nie verlässt,
die nicht vergeht, die einem ewig erhalten bleibt, daher auch der Titel "Die Beständigkeit der
Erinnerung".
Salvador Dali griff das Thema in seinem Werk "Auflösung der Beständigkeit der Erinnerung" in den
1950er Jahren noch einmal auf.
Inhalt
Bildanalyse - Die Beständigkeit der Erinnerung von Salvador Dali.
Diese Facharbeit stellt eine detaillierte Analyse dar, geht auf die Entstehungsgeschichte des Werkes ein, erläutert die Aufteilung des Bildes und die Komposition, erklärt die Farben und ihre Wirkung, gibt einen Anhaltspunkt zu Dalis Verwendung der Motive im Laufe seines Schaffens. (2747 Wörter)
Hochgeladen
17.02.2014 von LiiLaaLucieee
Schlagwörter
Salvador Dali | Die Beständigkeit der Erinnerung | Bildanalyse | Farben und Komposition | Wirkung und Intention des Bildes
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