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Panama Papers

Frage: Panama Papers
(3 Antworten)


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hallo, ich habe eine Frage zum aktuellen Thema "Panama Papers".

und zwar wollte ich mich über dieses thema informieren, ich werde aber einfach nicht aus den artikeln schlau.

meine fragen:
1- kann mir bitte jemand grob und einfach erklären was die panama papers sind ?

2- was hat das mit den aktuellen nachrichten zu tun bzw. was ist vorgefallen?

schonmal danke im vorraus
Frage von Xxoxxo | am 16.04.2016 - 12:58

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Antwort von matata | 16.04.2016 - 14:19


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Antwort von cleosulz | 16.04.2016 - 14:45
Das mit den Panama Papers ist nicht so einfach zu erklären.
Damit wird ein Datenleck beschrieben, dass dazu führte, dass interne Papiere einer Rechtsanwaltskanzlei "das Tageslicht" erreichten.
Es waren eine Vielzahl von Briefen und E-Mailverkehr, die ausgewertet wurden.
Die umfangreichen, jahrelangen Recherchen von Zeitungsreportern haben dann dazu geführt, dass aufgedeckt wurde, dass viele bekannte Persönlichkeiten und Firmen sich der Dienste der Rechtsanwaltskanzlei Mossack Fonseca bedient haben.

Zitat:
Mossack Fonseca & Co. (Mossfon) ist ein global tätiges Rechtsdienstleistungsunternehmen mit Sitz in Panama-Stadt in Panama.

Die Anwaltskanzlei Mossack Fonseca half bei der Gründung von über 300.000 Briefkastenfirmen in 21 Steueroasen.

Mossack Fonseca widersprach der Darstellung, dass die von ihnen gegründeten Gesellschaften in erster Linie der Steuerhinterziehung oder -vermeidung gelten würden. Missbräuchliche Verwendung von Offshore-Gesellschaften würde vonseiten der Kanzlei nicht geduldet.

Quelle: Wikipedia

Dazu musst du wissen:
Hauptsächlich geht es um Briefkastengesellschaften/Briefkastenfirmen, die an ihrem satzungsgemäßen Sitz gar nicht existent sind, bzw. nur in Form eines "Briefkastens".
Es gibt also eine Firma, einen Firmensitz und an diesem Firmensitz einen Briefkasten mit dem Namen der Firma. Arbeiten tut da aber kein Mensch (außer dem Scheindirektor, der den Briefkasten betreut).

Warum das?
Diese Briefkastenfirmen wollen meistens ihren realen Standort und die Eigentümer verbergen. Außerdem lässt sich mit solchen Firmen eine komplexe Unternehmensstruktur aufbauen (immer in Verbindung mit anderen/weiteren Firmen und anderen Adressen).
Ziel ist auch da: Verschleierung der Eigentümer + Geldflüsse. Man muss nur gut verwirren, dann kommt man vielleicht auch um die Steuerpflicht, weil die Finanzbehörden keine oder wenig Einsichtmöglichkeiten haben.
(Eigentlich muss der Steuerpflichtige ja seine Vermögensverhältnisse so offenbaren, dass die Steuerbehörde die Steuerschuld einfach errechnen kann).

Ziel solcher Briefkastenfirmen ist also oft: Minimierung der Steuerschuld (oder ganz Vermeidung von Steuerzahlungen) - (legal oder illegal) und manchmal auch Haftungsausschlüsse.
Briefkastenfirmen findet man oft in sogenannten Steueroasen oder Staaten, in denen es eine hohe Diskretion gibt (siehe auch Schweizer Nummerkonten). Hier gibt es dann solche Rechtsdienstleister, die den Anlegern helfen, das Vermögen nicht im Herkunftsland zu veranlagen (versteuern) oder die Art und Weise zu verschleiern, woher das Geld kommt (z.B. aus kriminellen Quellen). => https://de.wikipedia.org/wiki/Steueroase

Durch diverse Steuer- und Informationsabkommen der Länder miteinander soll die Anlage von Briefkastenfirmen auch erschwert werden.
Aber nix ist bisher unmöglich - dies haben die Panama Papers ja gezeigt.
Viele solche Firmen findet man in englischsprachigen Ländern/ehemaligen englischen Kolonien. Aber auch in der Schweiz, in Liechtenstein und in den Niederlanden.

So nun zurück zu den Panama Papers:

Es gibt Leute, die haben sich Geld erarbeitet.
Das ist schön, gut und nett.
Aber sie möchten das Geld nicht unbedingt mit dem Finanzamt teilen.
Wer will das schon?
Deshalb suchen sie nach Möglichkeiten, wie sie dieses Vermögen möglichst so "unsichtbar" machen, dass es das Finanzamt nicht sieht. Sie gründen eine Firma in einem Land, wo man keine oder nur wenig Steuern bezahlen muss und packen ihr Geld dort hin.
Dabei helfen ihnen Leute, die sich in dem Land auskennen (z.B. Rechtsanwälte ... s.o.).
Nicht alle so "ausgelagerten" Gelder sind ordnungsgemäß versteuert oder rechtschaffen erworben. Es kann sich dabei auch um Gelder aus kriminellen Quellen handeln.
Solche Geschäfteanbahner helfen auch bei der Beschaffung von Scheindirektoren für die Schein-Firma. Diese verwalten dann nicht nur eine Firma, sondern vielleicht Tausende.
Und so müssen die Leute, die im Inland Geld erwirtschaftet haben, ihr Geld nicht im Inland versteuern (wie es sich gehörte) sondern transferieren es über verschiedene Stellen ins Ausland, wo sie keine oder nur wenige Steuern bezahlen müssen.
Und dies alles im Wissen darüber, dass dies nicht (ganz) legal ist bzw. dass das Finanzamt ihnen so nicht auf die Schliche (kommen kann).

Und wer da alles die Dienste der Rechtsanwaltskanzlei Mossack Fonnseca in Anspruch genommen haben soll, ist mit diesen "Panama Papers" offengelegt worden. Es fielen Namen.
Dazu gehören auch "rechtschaffene" europäische Politiker, deutsche Firmen, die Deutsche Bank mit Tochtergesellschaften und, und, und ....

www.zeit.de

Wer alles auf der Namensliste steht (stehen soll), kannst du u.a. hier nachlesen:

www.contra-magazin.com

de.wikipedia.org

www.merkur.de
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Antwort von Xxoxxo | 16.04.2016 - 14:49
Vielen lieben Dank für deine Mühe jetzt ergibt das ein Sinn 😊

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