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Einhüten

Frage: Einhüten
(5 Antworten)

 
Hallo,
ich soll ene Aufgabe über den Text "Einhüten" machen, allerdings verstehe ich die Aufgabenstellung nicht.
Bitte um hilfe!

Die Aufgabe heißt:
Schreibt "Einhüten" als Satire über zwei Neffen!

und hier der Text.




Fanny Müller

Einhüten


Meine Schwester hat ihre Kur bewilligt bekommen und ruft an: Ob ich für vierzehn Tage bei ihr einhüten könne.
Die beiden Jüngsten, die noch zur Schule gehen, bräuchten eine Aufsicht.
Ich treffe am Nachmittag ein. Die sechzehnjährige Aggi öffnet mir mit verheulten Augen die Tür. Sie ist abends zu einer Klassenfete eingeladen. Sie hat einen Pickel. Sie möchte tot sein. Die Problematik ist mir noch dunkel in Erinnerung. Mir fällt ein, dass ich auf keinen Fall „Das macht doch nichts, die anderen haben auch Pickel.“ sagen darf. Mit Stecknadel, Wattebausch, reinem Alkohol und Abdeckstift kriege ich die Sache einigermaßen hin. Keiner wird den Pickel sehen. Auf den Partys zu meiner Zeit war die Beleuchtung eher schummrig. Ich nehme an, dass dies eine der wenigen Traditionen ist, die bis heute überlebt haben. Während ich oben in meinem Zimmer auspacke, wird sie mir einen Tee kochen. Mir fällt der letzte Tee ein, den sie zubereitet hat. „Zwei Minuten ziehen lassen, Aggi. Nicht zwanzig!“ „Alles klar, Tantchen.“ Unten knallt die Haustür. Das ist die dreizehnjährige Lisa, die von der Nachhilfe kommt. Ich höre eine Tasche auf den Fußboden plumpsen. Danach fällt noch irgendetwas hin.
Auf meinem Bett liegt ein Zettel meiner Schwester. Sie hat den Kindern die Order gegeben, heute ihre Zimmer aufzuräumen. Ich werfe einen Blick nach nebenan. Nun ja. Ich habe schon in Wohngemeinschaften gelebt, wo es ähnlich aussah. Allerdings bin ich dort wegen der Seuchengefahr immer ziemlich schnell ausgezogen. Lisa kommt nach oben gestürmt, verpasst mir einen flüchtigen Kuss und inspiziert meinen offenen Koffer. „Tantchen! Super! Trägst du diese Boots überhaupt noch?“ Ich bejahe diese Frage energisch. Zu viele mir lieb gewordene Kleidungsstücke sind schon in den Kleiderschrank meiner Nichten gewandert. Oder exakter gesagt, liegen in zerknülltem Zustand irgendwo unter, neben oder hinter ihren Betten.
Aggi ruft zum Tee. Im Flur steige ich über Lisas Schulmappe und über einen Stapel Computerzeitschriften. Lisa vertritt das männliche Prinzip in der Familie. Sie liest keine Bücher, sie liest Fachzeitschriften. Der Tee ist ganz in Ordnung, er hat sicher nicht länger als acht Minuten gezogen. Lisa berichtet aus der Schule. Die Biolehrerin ist voll genial und der Mathelehrer ist voll blöd.
Aggi sieht auf ihre Armbanduhr und springt auf. Um Gottes willen, sie muss sich für die Fete fertig machen. Es ist fünf Uhr. Sie wird um acht abgeholt. Ich stelle das Geschirr in die Spülmaschine, schalte sie ein und gehe nach oben, um meine Sachen einzuräumen. Lisa tackert in ihrem Zimmer auf dem PC; dazu ertönt Musik, wenn man das als Musik bezeichnen möchte. Immerhin bin ich mit den Beatles aufgewachsen. Ich gehe wieder nach unten und fange an, das Abendbrot vorzubereiten. Um sieben erscheint Aggi in der Küche, nachdem sie zwei Stunden das Badezimmer blockiert hat. Sie trägt ein ehemals weißes Männerunterhemd mit kurzen Ärmeln, darüber ein Sommerkleid mit Spaghettiträgern, das aussieht, als hätte es hundert Jahre ganz unten in einem Koffer gelegen, darunter abenteuerlich gemusterte Strumpfhosen, die sich in den Farben mit dem Kleid beißen. An den Füßen trägt sie Stiefel, die ich allenfalls zu einer Bergwanderung anziehen würde. „Schick“, sage ich matt, eingedenk der Tatsache, dass ich in dem Alter auch nicht jung und frisch, sondern bleich und verworfen aussehen wollte.
„Schick?“, schreit sie auf, „ich sehe schick aus? Das ist ja grauenhaft!“ Ich besinne mich: „Ich meine, äh, groovy, oder so ...“ Sie ist aber schon in ihrem Zimmer verschwunden, dann klappert die Badezimmertür. Eine halbe Stunde später erscheint sie wieder.
Inzwischen sitzt auch eine hungrige Lisa am Küchentisch. Meines Erachtens sieht Aggi genauso aus wie vorher, nein, sie hat andere Strümpfe angezogen, diesmal mit Laufmaschen, und im Unterhemd sind ein paar Risse, die vorher nicht da waren. Lisa nimmt mir die Beurteilung ab: „Klasse! Du siehst voll scheiße aus!“ Das finde ich auch, begreife aber, dass es sich um ein Kompliment handelt. Trotz meines Hinweises, dass so was gut für den Teint ist, stochern beide nur im Salat und machen sich dann lieber Brote mit Nutella. Ich vermute, dass Clearasil und Nutella sich gegenseitig sponsern. Wenn es nicht sowieso eine Firma ist.
Aggi wird gegen acht von zwei Klassenkameradinnen abgeholt, die ihr in puncto „scheiße angezogen“ das Wasser reichen können, und wirft mir ein „Um zwölf bin ich wieder da, Tantchen“ zu (sie kommt um drei). Nachdem ich den Geschirrspüler ausgeräumt habe, spiele ich mit Lisa Mini-Rummy im Wohnzimmer. Ich hatte es abgelehnt, mir Videoclips mit „voll geilen Gruppen“ anzusehen.
Sie schlägt mich bei jedem Spiel, was sie wieder in gute Laune versetzt. Da fallen mir ihre Schularbeiten ein. Schularbeiten? Die macht sie morgen früh. „Morgen früh?“ „Im Bus.“ In den nächsten Tagen muss ich hier wohl einige Linien ziehen. Morgen werde ich ihnen als Erstes „Tantchen“ abgewöhnen.
GAST stellte diese Frage am 26.10.2009 - 17:35


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Antwort von matata | 26.10.2009 - 18:07
Dieser Text handelt von einer Tante,
die zwei halbwüchsige Mädchen hüten soll in Vertretung ihrer Schwester. Du sollst etwas Ähnliches schreiben, aber diesmal hütet die Tante zwei Jungen im gleichen Alter.

 
Antwort von GAST | 26.10.2009 - 18:10
Achso stimmt...
Hätte ich auch schon eben drauf kommen sollen.
Dankeschön :)

 
Antwort von GAST | 12.01.2010 - 16:44
ich bräuchte auch hilfe zu der aufgabe aber wie soll ich denn den Text noch mal neu schreibe nur jetzt über zwei neffen ich habe keine ahnung kann mir einer helfen ?


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Antwort von Noahk | 26.11.2014 - 15:51
Hi,
habe eine aehnliche Hausaufgabe zu Einhüten.
Ich soll aus der Sicht von Aggi eine Satire über Tantchen schreiben.

Kann mir jemand helfen?

Thx im Voraus!


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Antwort von matata | 26.11.2014 - 16:11
Wie alt schätzst du Tantchen?
Wie alt ist Aggi?
Was für vorgefasste Meinungen haben Teenager / pubertierende Mädels / du   grundsätzlich einmal über Tanten, die etwas älter sind. Mach einmal eine Liste
Aggi denkt, die Tante
- sei ein Gesundheitsfreak (isst Salat am Abend)
- habe keine Ahnung von Party und so (denkt, dass man sich schick anzieht zu so etwas)

Und nun bist du dran....

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