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Diagnose: Tumor. Wie gehe ich richtig damit um?

Frage: Diagnose: Tumor. Wie gehe ich richtig damit um?
(6 Antworten)

 
Guten Abend allerseits,

in letzter Zeit gehen mir einige Dinge durch den Kopf, die mir keine Ruhe mehr lassen.
Es geht um einen Freund, an dessen Bauchspeicheldrüse vor kurzen ein Tumor festgestellt wurde.

Ich kann darüber, dass er einen Tumor hat, mit niemand sprechen, weil es niemand außer mir weiß. Nicht mal seine Eltern. Die werden das früher oder später sicherlich erfahren, aber er hat mich drum gebeten, es keinem zu erzählen...
Nun sieht die Lage aber so aus, dass er seit geraumer Zeit (schon bevor er krank wurde) sehr an mir hängt- rein freundschaftlich sag ich jetzt einfach mal. Selbstverständlich kann ich mich mit folgendem auch irren, aber ich habe schon etwas länger das Gefühl, dass er sich mit mir auch etwas mehr als Freundschaft vorstellen könnte. Er macht öfter Andeutungen, erzählt immer, was für Eigenschaften seine Freundin, die er sich wünscht, haben sollte und zählt mir dann später auf, warum er ausgerechnet mich als einzig beste Freundin ansieht- mit den Eigenschaften, die er zuvor über seine "Traumfrau" aufzählte.
Ich habe ihm nie Hoffnungen gemacht, zumindest nicht bewusst. Ich bin stets nett und freundlich zu ihm, so wie es sich in einer guten Freundschaft gehört, vertraue ihm und habe somit so einiges privats erzählt, aber alles auf einer rein freundschaftlichen Basis.
Ich denke nicht, dass er jetzt richtig in mich "verliebt" ist oder die ganze Zeit von mir schwärmt, nur habe ich das Gefühl, dass- wenn es so weiter geht- es passieren kann, dass er sich in mich verliebt. Und das möchte ich nicht. Weil ich ihm nicht wehtun möchte.
Er ist ein sehr zerbrechlicher und sensibler Typ und ich weiß noch genau, in was für einer Depressionsphase er war, als er mal von einer anderen eine Abfuhr bekommen hat. Ich würde nicht wollen, dass er auch meinetwegen solch ein Leid erneut ertragen muss und dann auch noch mit der Krankheit. Zudem hat er ihr auch noch die Freundschaft gekündigt...
Nun weiß ich überhaupt gar nicht mehr, wie ich mich ihm gegenüber verhalten soll. Gerade jetzt, wo er erkankt ist, wird sich der Kontakt noch mehr intensivieren, weil es sich normalerweise doch so gehört, dass man als gute Freundin öfter mal nachfragt, wie es ihm geht und sich Sorgen macht. Die mache ich mir auch , zweifellos, aber ich kann es ihm nicht so zeigen, wie ich es eigentlich gerne würde. Ich habe Angst, dass er sich mit meiner "Fürsorge" noch mehr an mich bindet und deswegen bin ich immer etwas gefühlskalt zu ihm.
Bin ich egoistisch, weil ich in solch einer Situation an mich denke? Weil ich mit der möglichen Situation, dass er sich in mich verlieben könnte, nicht kämpfen will/kann?
Aber eigentlich mache ich das doch nur, damit er nicht leidet, wenn ich ihm sage, dass ich nicht mehr als freundschaftliche Gefühle für ihn habe. Ich möchte ihm einfach nicht wehtun und irgendwie vermeiden, dass es soweit kommt und frage daher nach Meinungen, wie ich da am besten vorgehen könnte.

Besten Dank im Voraus.
ANONYM stellte diese Frage am 01.07.2009 - 20:29


Autor
Beiträge 0
83
Antwort von FramusGitarrist (ehem. Mitglied) | 01.07.2009 - 20:54
Die Situation ist wirklich schwierig.

Zunächst solltest du wirklich nicht zu gefühlskalt zu ihm sein und eher unterstützen. Schließlich ist er ja von seinem Charakter aus bereits sensibel und zerbrechlich. Der Tumor belastet ihn noch mehr. Da sonst keiner Bescheid weiß,
braucht er wohlmöglich jemanden, an den er sich aufgrund dieses Themas wenden kann. Wenn du ihm jetzt die Schranke vorlegst, könnte er sich endgültig verlassen fühlen, was sich sicherlich negativ auf seine Psyche auswirken würde.


Eine Frage am Rande, welche mir jedoch ziemlich relevant in diesem Falle erscheint: Besteht für ihn aufgrund des Tumors Lebensgefahr. Falls ja: Ist er sich auch dieser bewusst?

 
Antwort von ANONYM | 01.07.2009 - 21:21
Der Tumor ist intakt. Weder gut-, noch bösartig. Ich weiß nicht so genau, ob eine Lebensgefahr besteht. Das konnte ich ihn nicht fragen. Er hat nur gesagt, dass es sein kann, dass er bald keine Bauchspeicheldrüse mehr haben könnte, was zur Folge hat, dass kein Insulin mehr produziert wird etc. Aber ich hoffe, dass er mit den Medikamenten, die er bekommen hat, geheilt wird, bevor es soweit kommt.

 
Antwort von GAST | 01.07.2009 - 21:27
Bei mir wars so, dass ich evtl einen Gehirntumor hätte aufgrund einiger Anzeichen...GottseiDank hat sich das nicht bestätigt..aber ich hatte da echt Angst..weil s vor allem auch im wichtigsten Organ des Menschen ist..hmm..
____

Versuche ihm einfach beizustehen, d.h. unternimm was mit ihm..
Behandle ihn nicht deutlich anders als vorher..er ist ein mensch und er bleibt ein mensch (da spielt der tumor keine rolle..und somit) und zu viel fürsorge wäre auch nicht so toll...sollltest da die mitte finden..
naja ich hoff mal,dass es gut laufen wird (insallah)

 
Antwort von GAST | 02.07.2009 - 10:18
verändere dich nicht sei so wie du immer bist.ich glaube es ist nicht gut ihn alleine zu lassen.gerade jetzt braucht er eine gute freundin an der seite wie die anderen schon gesagt haben.und wenn er sich in die verliebt,dann musst er damit klarkommen auch wenn er krank ist.ich wünsche ihm(euch)viel glück!


Autor
Beiträge 607
1
Antwort von bela b. | 02.07.2009 - 12:00
Verhalten dich nach den Tauerphasen bzw. Sterbephase (ist sehr gut auch auf schwere Krankheiten übertragbar wie der beschriebene Bauchspeichelkrebs)nach "Kübler-Ross".
Wichtig ist vorallem das du seinen Wünschen nach kommst, versuche nicht den maximalen Nutzen für dich zu erlangen.
So wie es klingt ist er noch in der Phase "Nicht wahrhaben wollen und Isolieren". Sucht er Kontakt zu dir dann gebe ihm den Kontakt - will er allein sein dräng dich nicht auf.
Achja, und deine Aussage mit der Depressiven Phase überdenke nochmal (wenn du noch andere Fragen hast - ich habe mich mit dem Thema gerade erst intensiv auseinandergesetzt - kannst du mich auch gern per PN anschreiben)

 
Antwort von ANONYM | 02.07.2009 - 22:10
Vielen Dank für eure Antworten und auch besten Dank an bela b. für das Angebot. Ich denke, ich werde jetzt erstmal sehen, wie sich die Dinge entwickeln und versuchen ihn einfach so wie vorher zu behandeln und nicht bei jedem Gespräch zu verkrampfen, aus Angst, er könne etwas falsch verstehen.

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