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gewaltprävention

Frage: gewaltprävention
(2 Antworten)


Autor
Beiträge 0
83
was bedeutet gewaltprävention?
Frage von ugurjk (ehem. Mitglied) | am 19.05.2009 - 23:28

 
Antwort von GAST | 19.05.2009 - 23:32
Prävention bedeutet, durch Vorbeugen spätere Kosten zu sparen,
bzw.
Schlimmeres zu verhindern. Dies will auch Gewaltprävention:
durch rechtzeitiges Vorbeugen Gewalt verhindern. Über diese allgemeine
Aussage und Gemeinsamkeit hinaus gibt es jedoch keine
anerkannte Definition, was unter Gewaltprävention zu verstehen ist
und wie Vorbeugung zu geschehen habe, obwohl der Begriff ständig
in vielfältigen Zusammenhängen verwendet wird. Der Begriff Gewaltprävention
wird nicht nur konzeptionell beschreibend, sondern auch
instrumentell legitimierend eingesetzt. Der Hinweis, Gewaltprävention
zu betreiben, dient der Handlungslegitimation (im Dienste der öffentlichen
Sicherheit), der Forderung nach Mitteln (hier ist finanzielle
Förderung dringend geboten), als auch der Produktion von Konsens
(wer ist nicht für Gewaltprävention?). Geklärt ist jedoch weder der
Gegenstandsbereich, noch die Methoden, oder die genauen Ziele,
die mit Gewaltprävention gemeint sind. Dies wird auch deutlich,
wenn, wie so oft (im deutschen Sprachgebrauch) die Begriffe Kriminalprävention
und Gewaltprävention synonym gebraucht werden,
ohne ihren spezifischen Bedeutungsgehalt, ihre unterschiedlichen
Voraussetzungen und Ziele zu berücksichtigen. Deshalb plädiert die
Weltgesundheitsorganisation dafür beide Bereiche strikt zu trennen.
Gewaltprävention, wie sie weitgehend diskutiert wird, bezieht sich vor
allem auf die Verhaltensbeeinflussung von Personen. Sie orientiert
sich vorwiegend an Normübertretungen Jugendlicher und ist – zumindest
im Kontext westlicher Industrieländer – weitgehend auf das
Phänomen Jugendkriminalität ausgerichtet. amen! ^^,

 
Antwort von GAST | 19.05.2009 - 23:36
jup un das kannste auch noch verwenden! ^^,

ävention In den letzten Jahren ist eine nahezu unübersehbare Fülle von Publikationen
zum Bereich Gewaltprävention erschienen. Dennoch wird
der Begriff Gewaltprävention in der Fachliteratur nur wenig diskutiert
und auch nicht präzisiert. Aufgrund einer fehlenden allgemein akzeptierten
Definition von Gewaltprävention finden sich in der Literatur
viele Vermischungen von Prävention und Intervention bei Gewalthandlungen.
Oft wird Intervention auch als Teil von Prävention begriffen.
Nach Günter Schatz bezeichnet der Begriff Gewaltprävention „alle
institutionellen und personellen Maßnahmen, die der Entstehung von
Gewalt vorbeugen bzw. diese reduzieren. Diese Maßnahmen zielen
ab auf die Person selbst, auf die Lebenswelt dieser Adressaten wie
auch auf den Kontext der sie tangierenden sozialen Systeme.“ 43 In
Erweiterung des Begriffs der Kriminalprävention44 könnte man Gewaltprävention
als die Gesamtheit aller staatlichen und privaten Bemühungen,
Programme und Maßnahmen definieren, die Gewalt als
kulturelles und gesellschaftlichen Phänomen oder als individuelles
und kollektives Ereignis verhüten, mindern oder in ihren Folgen gering
halten sollen.
Die WHO definiert Gewaltprävention weiter. Sie versteht unter Gewaltprävention
„to stop acts of interpersonal violence from occurring
by intervening to eliminate or reduce the underlying risk factors and
shore up protective factors, or to reduce the recurrence of further
violence and its ill effects.“ 45 Ausgangspunkt ist dabei die Überzeugung:
„Gewalt ist nicht unvermeidbar. Wir können viel tun sie zu bekämpfen
und zu verhüten.“ 46
Der Sherman-Report47 versteht Kriminalprävention als Ergebnis
und nicht als Absicht und plädiert dafür, Kriminalprävention nicht
durch ihre Absichten oder Methoden, sondern durch die erreichten
Ergebnisse (Folgen) zu definieren. Kriminalprävention ist dann alles,
was die Zahl der Straftaten oder der Opfer verringert. Neben diesem
engen Verständnis kann Kriminalprävention in einem weiteren
Verständnis definiert werden als Reduktion der Risikofaktoren für
Kriminalität. Zwar ist Kriminalprävention nicht identisch mit Gewaltprävention
(siehe unten), aber analog dazu könnte Gewaltprävention
auch als alles Verstanden werden, das – vom Ergebnis her – Gewalt
reduziert, wobei die Betrachtungsweise auf feststellbaren und nachweisbaren
Effekten beruht. In diesem Verständnis werden also nicht
Absichten, Programme und Modelle als Gewaltprävention definiert,
sondern wissenschaftlich gesicherte Resultate, mit der Konsequenz,dass Gewaltprävention sich auf wissenschaftliche Evaluation beziehen
muss. Diese Sichtweise reicht jedoch u.E. nicht aus, da „Effektivität“
nur eines von vielen Kriterien sein kann. Die Ziel-Mittel-Relation
ist ein weiteres Kriterium. Den Rückgang von Gewalt mit „allen Mitteln“
erreichen zu wollen scheint (weder unter menschenrechtlichen
noch unter partizipatorischen Aspekten) legitim und tolerierbar.


heheheh, so ich glaub das würd dir jez reichen un ich hab dir so geholfen wie du wolltest!? ^^,

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