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zusammen mit dem Freund wohnen

Frage: zusammen mit dem Freund wohnen
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Hallo, Ich bin 16 Jahre alt & erwarte im September ein Kind.
Ich interessiere mich dafür evtl in eine eigene Wohnung mit dem Vater (20) & meinem Kind zusammen zu ziehen. Da für mich ein Mutter-Kind Heim nichts ist, wäre meine Frage jetzt ob sowas möglich ist & wie ich da vorgehen muss
Frage von Larissa.Klamann | am 10.03.2019 - 09:54


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Antwort von matata | 10.03.2019 - 14:48
Woher weisst du so genau, dass ein Mutter-Kind-Heim nichts für dich ist? Hast du einmal in so einer Einrichtung "geschnuppert" oder dich dort vorgestellt?


Was sagen denn deine Eltern zu euren Plänen? Als 16-Jährige kannst du nicht allein entscheiden, wo du wohnst. Hast du eine Betreuung vom Jugendamt zur Seite für alle diese Fragen?
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Antwort von cleosulz | 10.03.2019 - 16:15
Hallo Larissa,
wie Matata bereits angedeutet hat, ist das nicht ganz so einfach.
Vor allem kann man dir zunächst nicht viel raten, weil uns Informationen fehlen.

Ich versuche es mal auf Grund deiner bisherigen Angaben:

Du bist 16 Jahre alt und lebst noch daheim bei deinen Eltern (?)
Eltern = Vater + Mutter, die haben die gemeinsame elterliche Sorge für dich

Das bedeutet, dass deine Eltern auch das Recht haben, deinen Aufenthalt zu bestimmen.
Und das bis zu deinem 18. Geburtstag. Danach bist du volljährig und darfst mit allen Rechten und Pflichten über dich selbst entscheiden.
Also bis du 18 Jahre alt bist haben deine Eltern eine Mitspracherecht, ob du daheim, im Mutter-Kind-Wohnheim oder bei/mit deinem Freund lebst.

Wenn dein Kind geboren ist, haben deine Eltern weiterhin das Sorgerecht über dich, für das Kind wird aber das Jugendamt (Amts-)Vormund. Hier geht es hauptsächlich um die Geltendmachung von Unterhaltsansprüchen und falls erforderlich auch um die Feststellung der Vaterschaft. Die Personensorge bleibt in der Regel bei der minderjährigen Mutter.
Das Jugendamt kann aber unter bestimmten Voraussetzungen mitbestimmen wie und wo dein Kind lebt. Bei Unklarheiten/Streitigkeiten entscheidet in allen Fällen das örtlich zuständige Familiengericht.

Das ist eine Info-Seite, die dir helfen kann:

www.elternimnetz.de
www.eltern.de
www.stmas.bayern.de
www.profemina.org
(Die auf den Seiten angegebenen Geldbeträge sind nicht immer aktuell.)

So, nun gehen wir mal davon aus, dass deine Eltern (oder deine Mutter/dein Vater/derjenige, der das Sorgerecht über dich wahrnimmt) damit einverstanden sind, dass du vor oder nach der Geburt deines Kindes von daheim ausziehst.

Dann ist das mit ihrer Zustimmung möglich.
Es ist auch mit ihrer Zustimmung möglich, dass du zu deinem Freund ziehst oder mit ihm eine Wohnung anmietest.
Das ist jedoch eine Frage der Finanzierung.
Du hast nicht angegeben, ob du noch Schülerin bist, eine Ausbildung machst oder in einem sonstigen Arbeitsverhältnis bist.

Gehen wir mal von Schülerin aus: => kein Einkommen
Die Frage stellt sich hier:

Wer finanziert deine Wohnung, dein Leben und das deines Kindes?

Ich kann mir derzeit nur schwer vorstellen, dass das Sozialamt dir und einem Freund eine eigene Wohnung finanziert, da Minderjährige und junge Erwachsene unter 25 Jahren nur sehr schwer (aber Ausnahmen bestätigen wie immer die Regel) eine eigene Wohnung von der Sozialhilfe finanziert bekommen.
Da ist das Sozialamt meist der Meinung, dass dieser Personenkreis im Haushalt der Eltern preiswerter untergebracht werden kann und dass die Unterhaltspflichten der Eltern gegenüber ihrer Kinder hier greifen.

www.jobcenter-ge.de

Du kannst als 16jährige nicht einfach kommen und sagen:
Ich bekomme/habe jetzt ein Baby und will meine eigene Wohnung + liebes Sozialamt finanziere mir das mal.

Anders sieht das aus, wenn deine Eltern so nett sind, und dir/euch eine Wohnung finanzieren. Es gibt ja Eltern, die ihren flügge werdenen Kindern das Kindergeld + 200 - 300 EUR mtl. geben und somit ihrer Unterhaltspflicht genüge tun.
Apropo Unterhaltspflicht:
Nicht nur dein Kind hat Anspruch auf Unterhalt vom Kindsvater.
Deine Eltern sind dir gegenüber auch zum Unterhalt verpflichtet.
Sie müssen dir diesen Unterhalt aber nicht in bar geben, so dass du ausziehen und wo anders leben kannst.
Sie können jedoch diese Unterhaltspflicht dir gegenüber durch Naturalunterhalt erbringen, d. h. sie bieten dir Wohnung, Essen, Kleidung innerhalb der häuslichen Umgebung.

Anders sieht das bei Mutter-Kind-Heimen aus (wenn ein Verbleiben der minderjährigen Mutter im elterlichen Haushalt nicht sinnvoll/unmöglich ist).
Dafür ist Geld vom Staat in der Regel da.
www.betanet.de
=> unter Umständen kann der Kindsvater in einer solchen Einrichtung auch mit aufgenommen werden.

Gehe ich davon aus, dass der 20jährige Kindsvater ein Einkommen bezieht und reicht dieses Einkommen für eine gemeinsame Wohnung und euren Lebensunterhalt, dann kannst du mit Einwilligung deiner Eltern mit ihm zusammenziehen.
(Du kannst dann versuchen, dass das Kindergeld, das deine Eltern für dich erhalten, dir ausbezahlt wird. Dies ist möglich. Aber ohne Weiteres auch nur dann, wenn deine Eltern keine Sozialleistungen beziehen, da Kindergeld auf die Sozialleistungen angerechnet wird.)
Den Unterhalt gegenüber dem Kind begleicht dein Freund dann durch Naturalunterhalt
(= Wohnung + Essen + sonst. Lebensbedarf für das Kind + auch für dich - so wie ihn vermutlich deine Eltern gerade auch für dich leisten.).

Reicht sein Geld nicht für einen gemeinsamen Lebensunterhalt, dann müsstet ihr Sozialleistungen beantragen.

Das Sozialamt kommt aber in solchen Fällen in aller Regeln nicht für einen gemeinsamen Haushalt auf (s.oben, ihr seid dafür zu jung).

Lebt ihr nicht zusammen, muss dein Freund den Kindesunterhalt in Geld bezahlen.
Hast du - wie auch immer - eine eigene Wohnung finanziert bekommen und du und das Kind lebt dort alleine (also du in einer Wohnung + er z.B. noch offiziell bei seinen Eltern - und besucht dich nur und übernachtet nur ab und zu bei euch), dann gibt es z.B. die Möglichkeit seinen Anteil für den Unterhalt des Kindes vom Amt zu bekommen => hier gibt es die Möglichkeit des Unterhaltsvorschusses.
Das bedeutet:

Der Unterhalt, den der Kindesvater eigentlich an die Kindsmutter für das Kind bezahlen muss, bezahlt für eine gewisse Zeit der Staat. Ich meine, dass das aktuell für 72 Monate lang bezahlt wird. Wir reden hier um einen Betrag von 354 EUR (Mindestunterhalt) - 194 EUR (Kindergeld) = 160 EUR (Unterhaltsvorschuss) mtl.

Kann er das aus den vorgenannten Gründen nicht (z.B. geringes Einkommen oder Arbeitslosigkeit) oder nicht vollständig, dann kannst du einen Antrag auf Unterhaltsvorschuss stellen. Das Geld steht dem Kind zu.
Das Kindergeld wird angerechnet, so dass du mit dem Kindergeld zusammen höchstens 354 EUR mtl. bekommst. Dieses Geld ist "kein Geschenk des Staates".
Der Kindsvater muss dieses Geld an den Staat zurückbezahlen und muss sich ständig um Arbeit und Einkommen bemühen, sonst macht er sich der Verletzung der Unterhaltspflicht schuldig. Darauf stehen Geld- und Freiheitsstrafe und die Jugendämter scheuen sich nicht, die Einkommensverhältnisse sich ständig belegen zu lassen und das vorgeschossene Geld auch zurückzufordern.

Da du 16 Jahre alt bist, gehe ich einfach mal davon aus, dass du die allgemeine Schulpflicht (Vollzeitschulpflicht) erfüllt hast (je nach Bundesland 9 bzw. 10 Schuljahre).
Die Berufsschulpflicht kann man auf Antrag "ruhen" lassen.

Auch als Schülerin (die die Vollzeitschulpflicht erfüllt hat) würde dir ein mtl. Elterngeld i.H.v. 300 EUR zustehen, wenn du dein Kind selbst betreust und erziehst.
Solltest du vor der Entbindung gearbeitet haben, dann ist das Elterngeld höher, weil es an deinem bisherigen Einkommen sich bemisst.

So, nun habe ich dich ziemlich zugetextet.
Das ist eine grobe Übersicht.
Genaueres kann man nur sagen, wenn man die Verhältnisse kennt (wo du lebst, Einkommensverhältnisse deiner Eltern, Verhältnisse des Kindsvaters usw.).

Alle Gelder vom Staat gibt es nur auf Antrag.
Wenn kein Antrag gestellt wird, gibt es kein Geld. Angefangen beim Kindergeld, beim Elterngeld, bei der Sozialhilfe oder bei der finanziellen Hilfe vor und Nach der Schwangerschaft.

www.caritas.de

Knackpunkt der Sache ist, dass du und der Kindsvater zusammenleben wollt,
dass du noch minderjährig bist und er unter 25 Jahre. Ist die Wohnung und das Leben finanziert, gibt es keine größeren Probleme. Habt ihr kein Geld, dann wird es schwierig.

Nähere Auskünft bekommst du aber beim Jugendamt das für deinen Wohnort zuständig ist.
Je früher du dort nachfragst, desto besser bist du informiert.
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Antwort von Larissa.Klamann | 11.03.2019 - 08:31
Hallo, Also ich werde bis zu meinem Mutterschutz noch zur Schule gehen werde aber nur einen Hauptschulabschluss haben, wenn der Mutterschutz dann rum ist & alles so passt wie ich die Vorstellung habe möchte ich danach weiter Schule machen damit ich den realschulabschluss bekomme.

Mein Freund arbeitet im Moment nicht weil vor kurzem der Laden geschlossen hat, will aber wieder anfangen zu arbeiten!


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Antwort von Larissa.Klamann | 11.03.2019 - 08:35
Ich habe mir mehrere Mutter-Kind heime schon angeguckt, ich wohne ja auch selber schon in einer Wohngruppe seit einem Jahr & zufrieden bin ich da auch nicht weil so eine Gemeinschaft einfach nichts für mich ist also wird es auch nicht besser im Mutter-Kind heim sein. Wenn ich schon alleine daran denke mit meinem Kind in ein Mutter-Kind heim zu ziehen fühle ich mich richtig unwohl


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Antwort von Kampfsemmel | 11.03.2019 - 16:29
Und du willst das Kind wirklich bekommen?


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Antwort von matata | 11.03.2019 - 17:01
@ Kampfsemmel: Grundsätzlich ist ein Schwangerschaftsabbruch in Deutschland gesetzlich verboten. Ausnahmen regelt der §218 StGB:

https://www.anwalt.org/abtreibung/

Der Frage und den Ausführungen der Userin entnehme ich aber, dass sie offensichtlich ihr Leben mit dem Kind plant...
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Antwort von Kampfsemmel | 11.03.2019 - 20:47
Aufgrund der dargelegten Situation und dem Umstand, dass die Fragestellerin sich hier um Rat bemüht, wollte ich lediglich auf einen, je nach Zeitfenster, gangbaren Weg hinweisen.

Das sie mit einem Kind plant, ist mir nicht entgangen


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Antwort von cleosulz | 11.03.2019 - 23:47
Hallo Larissa,
habe ich das richtig verstanden:
Du lebst derzeit nicht zuhause bei deinen Eltern /Vater/Mutter?
Derzeit lebst du in einer Jugend-WG (betreutes Wohnen über das Jugendamt)?
Wer hat die elterliche Sorge für dich? Deine Eltern /Vater/Mutter oder das Jugendamt?
Wer hat also ein Mitspracherecht darüber, wo du lebst?
Wie stehen diese Personen/diese Person zu deinem Wunsch, mit deinem Freund in eine gemeinsame Wohnung zu ziehen?

Du bist Schülerin, dein Freund ist (derzeit) ohne Einkommen.
Wo wohnt er (eigene Wohnung oder noch bei den Eltern)?

Eine (gemeinsame) Wohnung kann derzeit von euch nicht finanziert werden.
Wie stellst du dir die Finanzierung vor (das Sozialamt wird nicht ohne Weiteres bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen eine Wohnung finanzieren).

=> Hast du da beim Amt bereits einmal nachgefragt?

Zitat:
...... wenn der Mutterschutz dann rum ist & alles so passt wie ich die Vorstellung habe, möchte ich danach weiter Schule machen, damit ich den Realschulabschluss bekomme.


Das mit dem Realschulabschluss finde ich lobenswert.

Aber wie stellst du dir den Schulbesuch mit Baby vor? Vor allem außerhalb eines Mutter-Kind-Heimes, wo es für die Schulzeiten i.d.R. Betreuer für die Kinder gibt?
Wer soll in einer gemeinsamen Wohnung euer Baby betreuen?
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Antwort von cleosulz | 12.03.2019 - 17:02
Hallo Larissa,
ich habe mich mal erkundigt. Es führt kein Weg daran vorbei, dass du dich "vertrauensvoll" an dein Jugendamt wendest. Die sind dein Ansprechpartner und nur die können dir sagen, was möglich ist. Auf Staatskosten wird dir eine andere Wohnmöglichkeit als das Mutter-Kind-Heim nicht finanziert. Ein Übertritt von der normalen betreuten Wohngruppe in eine betreute Mutter-Kind-WG ist zumindest bei uns zwingend vorgeschrieben. Zumal auch die Betreuung des Kindes dort gewährleistet ist.
Du kannst ein Mutter-Kind-Heim-Aufenthalt u.U. ablehnen, musst aber damit rechnen, dass das Jugendamt prüft, ob nach der Geburt das Kind zu einer Pflegefamilie kommt bzw. wie dann weiter verfahren wird. (Vielleicht kann das Kind von deiner Familie betreut werden oder von der Familie des Kindsvaters? Aber es wird ja schon Gründe geben, warum du derzeit nicht in dem elterlichen Haushalt lebst. Im "normalen" betreuten Wohnen ist von Amts wegen "kein Platz für ein Baby", es darf dort schlicht weg nicht mit aufgenommen werden).
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